28 September, 2009 16:20
4 Biketage im Wallis - Tag 3: Traumtour über den Saflischpass, 24.09.2009
geschrieben von chregu, Kategorien [ Wallis ][ (6) Kommentare ] | [ (0) Trackbacks ]
Nach der gestrigen Enttäuschung kann es heute eigentlich nur besser werden. Auf den Saflischpass bin ich letzte Woche beim recherchieren im Internet eher zufällig gestossen. Ich schaute mir zuerst eine Route im Binntal an und dann stach mir dieser Uebergang ins Auge. Ob man da wohl rüber kann? Als ich dann rausfand, dass da sogar die Gigathleten im 2007 rüber bikten, war die Sache natürlich sofort klar. Da muss ich hin!
Start war in Fiesch, genau so wie auch am Gigathlon 2007. Für mich als diesjährigen Gigathlet war diese Tour daher eine spezielle Herausforderung.
Nachdem ich mich in einer Bäckerei mit leckeren Nuss- und Mandelgipfeln eingedeckt habe, startete ich richtung Ernen. Schon bald verliess ich den Asphalt und eine äusserst steile Schotterstrasse zwang mich bereits ein erstes Mal zum Absteigen.
Von Ernen weg fuhr ich wieder auf Teer der Strasse entlang durchs Binntal.
Blick nach Fiesch, dem heutigen Startort
Nach der Steinimatte folgt ein langer Tunnel, welcher allerdings auf einem schönen Weg umfahren werden kann.
Die Strasse führte selber durch ein paar kurze Tunnels, was das Ganze sehr abwechslungsreich gestaltete. Nach dem Tunnel verliess ich die Hauptstrasse und bog rechts auf eine Nebenstrasse ein richtung Ze Binnen.
In Heiligkreuz verputzte ich dann die in Fiesch eingekauften Leckereien und machte mich nun an den 1100 Hm Aufstieg zum Saflischpass. Die Piste führte mich zuerst durch einen lichten Wald bis Pt. 1844
Dort verliess ich dann die Baumgrenze. Das Saflischtal öffnete sich mir nun und zeigte sich von seiner allerschönsten Seite.
Blick zurück auf die Kiesstrasse
Weg von Furggerchäller und dem Breithorn kommend
Die Landschaft wurde immer karger und kahler, was mir sehr gut gefiel. Bei Brunegge 2336m wurde aus der Naturstrasse ein Singletrail, welcher zu Beginn nur schiebend zu bewältigen war.
Doch schnell wurde der Trail zu einem wahren Flowtraum mit nur noch vereinzelt unfahrbaren Stellen.
Ich schwebte richtiggehend über diesen Track. In so einer genial einzigartigen Bergwelt war ich noch selten biken. Gerade mal der Chaschaunaspass von Livigno nach S-chanf kann da einigermassen mithalten. Doch gegen diese Hochebene kommt auch er nicht ran.
Die Passhöhe vor Augen - weit ist es nicht mehr
Auf dem Pass oben angekommen konnte ich es noch gar nicht fassen, in welch herrlicher Welt ich nun diesen Aufstieg geschafft habe. Es war unbeschreiblich. Als wäre die Zeit still gestanden...
Für die Pause liess ich mir dann auch entsprechend Zeit, ass mein mitgeführtes Sandwich und die liess die Umgebung auf mich wirken.
Doch das eigentliche Highlight stand erst noch an. Ich hatte nun eine Abfahrt von 1900 Höhenmetern vor mir, fast alles auf Singletrails. Na dann mal los!
Man liest und spricht immer wieder von den sogenannten heiligen Trails - Der hier gehört definitv dazu. Der absolute Wahnsinn, dieser Downhill!
Der Trail hat nur eine leichte Neigung und ist bis auf ein paar wenige Stellen alles fahrbar. Man kann herrlich laufen lassen. Das lässt jedes Bikerherz höher schlagen!
Total begeistert und voll gepumpt mit Adrenalin kam ich zum Pt. 2302 an, gleich neben der Bergstation des Skillifts Fleschboden. Ganz klar - das war der beste Singletrail, den ich je gefahren bin.
Als nächstes folgte eines der wenigen Schotterstrassen-Abschnitte bis zum Fleschbode 2135. Unschwer zu erkennen, dass hier im Winter die Skipiste durchgeht. Dementsprechend hielt sich die Schönheit der Strasse in Grenzen.
Doch schon bald ging das Trailsurfen wieder weiter mit einem Weg der ebenfalls das Pradikät Wunderschön verdient. Ich bewegte mich nun bereits wieder in der Nähe der Baumgrenze.
links von der Piste kommend, rechts rein in den nächsten Trail!
Ganterbrücke, brauste ich gestern drüber.
Beim Weiler Stafel folgte nochmals ein kleines Stück Piste, um dann gleich den nächsten Trail zu packen. Dies war jedoch keine Abfahrt sondern ein flacher, nur ganz leicht abfallender, Suonentrail der Gibjeri entlang. Suonen sind künstlich anglegte Kanäle, welche die regenarmen Regionen im Wallis mit Wasser versorgen. Diese wurden im Mittelalter gebaut, bei den Ältesten geht man von einem Bauzeitpunkt vom 10. - 11. Jahrhundert aus.
Rechst der Einstieg zum Suonentrail
Der Trail forderte überraschenderweise einiges an Konzentration. Links meist stark abfallend und rechts der Bach. Viel Platz hatte ich nicht zum biken. Gefiel mir sehr gut, hatte ich mir aber doch ein wenig einfacher vorgestellt.
Kurz vor Rosswald war die Suone fertig und ich fuhr mitten durchs Dorf durch bis zum Einstieg zum 36er Weg. Und das war dann der krönende Abschluss einer genialen Tour. Ein Dowhnill von 750 Hm, welcher seinen Namen durch und durch gerecht wurde, wartete auf mich. Ich lasse die Bilder sprechen...
Eine Wahnsinnsabfahrt, welche in diesem Rahmen ebenfalls eine Premiere für mich war. Die Bremsen und die Federungen meines Mountainbikes würden aufs Äusserste strapaziert, hielten der Belastung aber bestens stand. Nach einem Teil Asphalt folgte der nächste und letze Trail des Tages. Zuerst noch flach, bis ich dann in den Stockalperweg einbog, welcher dann auch nochmals tierischen Spass machte und mich bis kurz vor Brig brachte.
Auf dem Stadtplatz mitten in Brig hielt ich an, schwelgte nochmals in Gedanken an diesen Tag. Ich war inzwischen in einigen Regionen mit meinem Bike, habe schon etliche Trails gefahren und Pässe bezwungen. Aber diese Tour über den Saflischpass mit dieser einzigartigen Bergwelt und der endlosen Abfahrt bis nach Brig war definitiv das Beste, was ich bis jetzt auf zwei Rädern entdeckt habe. Das war perfekt heute!!! Für alle, welche sich ein paar Schiebepassagen kurz vor der Passhöhe nicht zu schade sind und gegen einen Aufstieg von 1500 Höhenmetern nichts einzuwenden haben, kann ich nur eines empfehlen: Unbedingt nachfahren!!!
GPS-Track: Saflischpass.gpx
Google-Earth Datei: Saflischpass.kml
Distanz: 45 km / Fahrzeit: 4h 41min / Höhenmeter: 1745m













































28/09/2009, 17:22
Hallo chregu
Ich muss ja nicht sagen dass ich diese Tour kenne. Eine geniale Runde, welche ich letztes Jahr genau so abgefahren bin, inkl. Suonentrail und Trail 36. Der 36-er rockt gewaltig.
Danke für den Bericht. Da schwelge ich in den Erinnerungen. Muss ich wieder mal fahren.
29/09/2009, 22:50
Also wie Du ja schon aus meinem Bericht lesen konntest und wie Du es selber ja auch erwähntest. Das war wirklich eine klasse Tour, welche ich nicht so schnell vergessen werde.
Und ja, der 36er hat anderst gerockt. Hammer!!
17/10/2009, 12:03
Hallo Chregu
wieder mal ein toller Beitrag von dir. Den Saflisch muss ich endlich mal angehen, diese Trails sind zu verlockend.
25/10/2009, 20:57
Ja danke fürs Kompliment. Das Angehen des Saflischs kann ich Dir nur empfehlen. War schlicht sensationell!!!
03/11/2009, 14:28
Hallo Chregu
War vorgestern wohl als letzter in diesem Jahr auf zwei Rädern auf dem Saflisch und den tollen Abfahrten, jetzt liegt Schnee. Es war die schönste Biketour in diesem Jahr, alle Lärchen goldig, keine Menschenseele weit und breit!
03/11/2009, 14:33
Hei das freut mich aber für Dich.
Ja der Saflisch war klar die schönste und genialste Biketour, welche ich je gefahren bin und demzufolge auch das Highlight 2009!!! Never forget!
Schön, dass Du dabei auf meinen Bericht gestossen bist.
Gruss: Chregu