Letztes Wochenende waren wir zu siebt im allseits bekannten Tessiner Bike-Paradies Val Colla. Ich war schon dreimal dort, unter anderem letzten Herbst mit Silvan. Er brachte mich auf die gloorreiche Idee, die bekannte Val Colla Runde doch mal in zwei Tagen zu machen. Gesagt, getan. So verschickte ich diesen Frühling die ersten Infomails und sechs weitere Biker-/innen folgten meiner Einladung. Hier der Bericht eines "hammer Weekend met hammer Lüüt uf hammer Trails ;-) de nöi Massstab för "Perfekt" ;-)" (Zitat Silvan).

Da Stau vor dem Gotthardtunnel angesagt war und wir bereits im voraus wussten, dass wir über den Pass mussten, fuhren wir bereits schon um 5.45 Uhr mit unserem Büssli in Beromünster los. In Eich luden wir dann noch Dani auf und los gings richtung Süden. Die Stimmung in der Gruppe war von Anfang an ausgelassen und erreichte in Intschi bei einem Fotoshooting der speziellen Art ihren Höhepunkt. Der Verkehr über den Pass verlief dann reibungslos und nach einem Kaffeehalt in Bellinzona trafen wir etwas vor zehn Uhr in Lugano ein.

Wir staunten nicht schlecht als wir auf dem Cornaredo Parkplatz den nassen Ashpalt sahen. Doch die Wolken lichteten sich und die Sonne kam je länger je mehr zum Vorschein. Und als dann kurze Zeit später auch Hubi eintraf, welcher direkt von Luzern mit dem Zug kam, waren wir komplett.

So gings los, zuerst alles auf Asphalt bis Rosone.

      Zuerst auf der verkehrsreichen Hauptstrasse

      Dann durch typische Tessinderdörfer wie Sonvico

      Auch danach immer noch Asphalt, aber der Verkehr nahm deutlich ab

Nach Rosone wurde die Strasse steiler und aus Teer wurde Schotter. Auch war der Untergrund nicht immer ganz schön zu fahren und der Aufstieg forderte uns alle.

Nach einem harten Aufstieg von 1'100 Hm erreichten wir die Alpe Pairolo auf exakt 1400m. Dort war dann mal ein längerer Rast angesagt. Inzwischen schien die Sonne schon recht zünftig, was neben Sandwichessen auch zum Sonnenbaden einlud.

      Alpe Pairolo, 1400m

Dann begannen endlich die bekannten endlosen Trails. Doch von einem flowigen Vergnügen konnte zu Beginn noch keine Rede sein, da ein paar knackig Schiebepassagen zu bewältigen waren.

Diese waren zwar fies, aber auch nur kurz und so mehrten sich die tollen Trailpassagen.

      Caro am Trailsurfen

      Auch Silvan hat das typische Trailgrinsen auf seinem Gesicht!

Bei Pianca Bella verliessen wir den Wald und es folgte eine steile Schotterpiste. Zum ersten Mal aber konnten wir die Aussicht aufs Val Colla geniessen, was ein wenig für die vergossenen Schweisstropfen entschädigte.

      Pianca Bella

      Hubi im steilen Aufstieg

      Silvan

      Gigathlet Geri

Danach folgten wieder viele, teils technische Trails bis zur Landesgrenze bei der Bocchetta di San Bernardo.

      Dani hatte sich inzwischen vom harten Aufstieg zur Alpe Pairolo erholt.

      Auch Bergfloh Sarah war dabei

      Bocchetta di San Bernardo, CH/ITA

Nach einer kurzen Pause gings bereits auf den Schlussteil des ersten Tages zu. Der flowige, aber äusserst tiefe Trail zum Passo San Lucio folgte. Dabei wurde immer wieder unser Gleichgewichtssinn gefordert.

 

      Geri kurz vor dem Tagesziel

      Auch Silvan und Dani haben es gleich gepackt

Auf dem Passo San Lucio angekommen waren wir alle sehr zufrieden mit unserer Leistung und machten vor dem einchecken noch schnell ein Gruppenfoto.

      v.l. Sarah, Hubi, Chregu, Silvan, Caro, Geri und Dani

      Die Kirche auf dem Passo San Lucio

      Unsere Unterkunft

      und unser Veloparkplatz

Kaum aus den Klickpedalen raus, wurden wir von Alfredo, dem Chef des Hauses, äusserst herzlich begrüsst und seine Frau setzte gleich mal die Pfannen auf und servierte uns als Apéro eine Portion Pasta. Diese tat unglaublich gut und schmeckte sehr sehr lecker! Unsere Speicher waren fürs Erste wieder gefüllt. Danach genossen wir die Ruhe auf dem Berg, bezogen die Zimmer und gingen Duschen. Danach zeigte sich doch tatsächlich nochmals die Sonne und wir packten unsere Kameras und gingen nochmals ein wenig raus.

Auch das eigentliche Abendessen war vorzüglich! Wir wurden von Tiziana und Alfredo behandelt wie Könige. Für eine Berghütte können wir diese Unterkunft Allen wärmstens empfehlen zum übernachten. Es fehlt einem an nichts! Es hat sogar nordische Decken und bequeme Matratzen. Für 55.-- pro Person/Halbpension gibts nichts zu reklamieren.

Am morgen trauten wir dann unseren Augen kaum, als wir das erste Mal nach draussen kamen...

...stahlblauer Himmel, Sonnenschein und eine Fernsicht die sich seines gleichen sucht! Nur der Wind wehte (wie schon die ganze Nacht) sehr heftig. Aber der konnte uns die Laune nicht verderben. Nach dem Frühstück verabschiedeten wir uns von Tiziana und Alfredo und unsere Biketour ging weiter. Es wartete der bekannte Höhentrail zur Cap. Monte Bar. Wie immer sehr abwechslungsreich mit knackigen Gegenansteigen, kurzen Abfahrten, flowigen Abschnitten und ein paar wenig kurzen Schiebepassagen. Immer wieder eine sehr coole Sache, dieser Trail!

      Alles ready - es kann los gehen!

      Blick nach vorne

      Blick zurück

 

Nach der schmucken Alpe Piandanazzo nahm der Trailschmaus ein Ende und es folgte eine kurze Schotterstrasse bis zur Cap. Monte Bar. Ursprünglich war der Plan, dort zu Mittag essen.

Da wir aber früher als erwartet dort waren, fuhren wir gleich weiter und rasten auf der folgenden schnellen Asphaltstrasse mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 75 km/h auf weiter. Vorallem Hubi und Geri liessen es richitig heftig krachen! Auch dieser Abschnitt machte allen Spass.

Beim Motto della Croce machten wir bei sehr starkem Wind die verschobene Mittagspause und genossen die herrliche Aus- und Fernsicht!

Nachdem wir unsere mitgeführten Sandwiches und Biberli vernichtet haben folgte ein nächstes Zückerli. Der tolle Downhill zur Alpe Davrosio.

      was macht den hier der Biker am linken Bildrand...?

      Des Rätsels Lösung: Er wechselt den Schlauch seines Hinterrads

      Hubi am trailsurfen

Ein toller Downhill, meistens flüssig fahrbar mit nur ein paar kurzen kniffligen Abschnitten. Nur ganz zum Schluss wirds ein wenig ruppiger.

Nach einer kurzen Besprechung bei der Alpe Davrosio entschieden wir uns für die Asphaltstrasse zurück nach Lugano, da wir alle noch in den See jumpen wollten. Und genau dies taten wir dann auch noch.

Nach einer anschliessenden Pizza in Lugano machten wir uns alle wieder auf den Heimweg. Vielen Dank an dieser Stelle nochmals an Silvan fürs organisieren und gleich selber fahren des Büsslis. Das war Luxus für uns alle! Auch ein riesen Dankeschön an Alle fürs motivierte mitmachen auf der Route, für die geniale Stimmung in unserer Gruppe und für das tolle Feedback, welches ich im Anschluss des Weekends empfangen durfte. Fortsetzung folgt...!

Hier noch ein paar Files und Zahlen zum Weekend:

Tag 1: Distanz: 20.3 km / Reine Fahrzeit bei mir: 3h 11min / Höhenmeter: 1'300 Hm      GPS-Track: Lugano-Sonvico-San Lucio.gpx                                                                             Google Earth-Datei: Lugano-Sonvico-San Lucio.kmz

Tag 2: Distanz: 30.7 km / Reine Fahrzeit bei mir: 2h 8min / Höhenmeter: 370 Hm          GPS-Track: San Lucio-Monte Bar-Lugano.gpx                                                                           Google Earth-Datei: San Lucio-Monte Bar-Lugano.kmz