Der zweite Tag meiner Bikeferien im Engadin stand ganz im Zeichen eines neuen Rekords. Da diese Tour auf die Fuorcla Surlej führte, war dies mit 2'755 m der bisher höchste Punkt, welcher ich je mit einem Velo (Renner und Bike) erreichte. Der Chaschaunaspass im Nationalpark wurde somit als bisher höchster Punkt abgelöst. Bis ich allerdings meine Geschichtsbücher neu schreiben konnte, stand ein hartes Stück Arbeit vor mir. 

Bei noch frischen Temperaturen startete ich in Celerina vor meiner Unterkunft. Dann gings gemütlich diverser schönen Seen entlang.

      Celerina

      St. Moritzersee

      Lej Marsch

      Lej da Champfer

      Lej suot da Silvaplana. Im Hintergrund in der Mitte die Fuorcla Surlej, mein Tagesziel

Nach Surlej gings im Wald auf einer schönen Schotterstrasse bergauf. Bereits waren die kleinsten Gänge gefragt.

      Grip da l' Aivla, 2079 m

Die Strasse beinhaltete nun je länger je mehr steile Rampen, bei welchen ich alle Kraft einsetzen musste, um sie fahren zu können. Dafür wurde die ganze Szenerie und Umgebung ebenfalls schöner, je weiter ich nach oben kam.


Nach der Alp Margun Surlej gabs dann eine längere Schiebepassage, da die Strasse einfach zu steil war. Eine deutsche Gruppe war ebenfalls unterwegs und auch sie kamen nur noch schiebend voran.

Zur Belohnung wurde auch die Aussicht besser und besser.

Ab dem Pt. 2409 gings dann wieder im Sattel weiter und ich tauchte in eine hochalpine Landschaft ein.


Kurz vor der Murtelstation stellte sich mir die nächste unfahrbare Rampe in den Weg.

Doch auch diese bezwang ich, wenn auch nur zu Fuss, und war die letzten paar Meter wieder im Sattel.

      Murtel - die Zwischenstation der Corvatschbahn.

Nach einem der steilsten Aufstiege, welcher ich je gefahren bin, folgte nun ein unglaublich schöner Höhenweg. Ich war hin und weg - was für eine tolle Belohnung!

      Der Schnee trägt zum tollen Gesamtbild bei

      Blick zurück nach Murtel

      Gleich oben...


Und so komme ich auf die Fuorcla Surlej, mein höchster je erreichter Punkt mit einem Velo. Ich freue mich natürlich dementsprechend. Die Aussicht und das Panorama auf die umliegenden Berge und Gletscher sind unglaublich und das Kaiserwetter ist das Tüpfelchen auf dem i. Bikerherz, was will man mehr?

      Fuorcla Surlej, 2'755 m


Während dem Essen kam ich mit dem deutschen Trio von vorher ins Gespräch. Sie wählten für ihre Abfahrt die Variante zun Hahnensee. Ins Val Rosegg runter fuhren sie auch schon, doch da mussten sie viel schieben und so versuchten sie mal diesen Trail. Werde ich wohl beim nächsten Mal auch ausprobieren. Kennt jemand diesen Trail?
Nach einer feinen Portion Wienerli mit Kartoffelsalat und einem Schümlipflümli als Belohnung für den Höhenrekord, machte ich mich nun an die Abfahrt ran.



Ob ich wohl auch so viel schieben muss, wie dies die deutsche Gruppe bei ihrer Befahrung tun musste? Der Einstieg sah eigentlich ganz toll aus. Na dann mal los!

Was die ersten paar Meter noch fahrend ging, endete dann für mich in einer kleinen Kletterpartie. Und laut Navi bin ich wohl ein bisschen zu früh nach links abgebogen. Der Weg machte einen schönen Bogen um diese Passage, was ich dann leider zu spät feststellte. Doch auf dem Wanderweg wieder drauf, wurde es nicht unbedingt besser für mich. Solche Passagen sind schlicht (noch) zu schwierig für mich.


Geschätzte 50 Hm weiter unten bekam ich dann mehr und mehr Gefallen am Trail.


Wieder ein weiteres Stück unten bis zur Alp Surovel wechselte der Trail dann ständig sein Gesicht. Mal sehr schön fahrbar, mal halt eben nicht.


Nach der Alp nahm die Steilheit etwas ab und ich konnte bis ins Val Roseg durchfahren. Es holperte und rumpelte zwar gewaltig und ich rechnete jeden Moment mit einem Platten, doch ich kam ohne Luftverlust durch. Der Schlussteil hat mir sehr gut gefallen.

      Zielschuss vor dem Restaurant Roseg im gleichnamigen Tal.

Nach einem für mein Niveau doch recht anspruchsvollen Trail war ich nun unten. Für technisch etwas besser Versierte sicher ein Traum, für mich ein Grenzfall. Das nächste Mal werde ich wohl auch die Variante zum Hahnensee ausprobieren.
Zum Schluss brauste ich durchs Val Roseg hinunter. Dort hats immer mal wieder ein paar Trails, welche paralell zur Strasse verlaufen und eine tolle Alternative zu dessen bilden. Und auf diesen kann man es so richtig schön laufen lassen!

      Blick zurück ins Val Roseg

      Alternative zur Strasse

      Hier gehts nach rechts

Diese Wanderwege der Strasse entlang machten wirklich Spass. Nur einmal war ich plötzlich vor einer kurzen Treppe, welche mich dann aber postwendend wieder auf die Strasse führte und somit auf den nächsten Trail.


Am Ende des Tals erreichte ich Pontresina.

Über Waldwege und ein paar kurze Trails kam ich dann zurück nach Celerina in meine Unterkunft.
Gesamthaft gesehen war diese Tour eine super Sache, vorallem der Landschaft wegen. Der Trail ins Val Roseg war ein bisschen zu schwierig für mich, aber gleichzeitig eine gute Übung.

GPS-Track: Fuorcla Surlej.gpx
Google Earth-Datei: Fuorcla Surlej.kmz

Distanz: 34 km / Fahrzeit: 3 h 18 min / Höhenmeter: 1'200 Hm