Tag drei meiner Traumbikeferien im Engadin führte mich über den Berninapass die bekannte Abfahrt nach Poschiavo runter.

Im Gegensatz zu den zwei ersten Tagen waren am Dienstag leichte Nebelschwaden im Oberengadin anzutreffen. Doch diese störten überhaupt nicht, sondern trugen zu einer schönen Morgenstimmung bei.

Doch in Richtung Berninapass schien die Sonne bereits, als würde sie die angesprochenen Nebelschwaden nichts angehen.

Über den Flax-Uferweg (Bild oben), Feldwegen und einigen wunderschönen Trails, welche ich von der Medienreise letztes Jahr kannte, fuhr ich stets das Val Bernina rauf. Diese Trails waren auch bergauf super fahrbar und einfach nur herrlich.

      Pontresina

      Blick ins Val Roseg, wo ich am Vortag war


Nach Montebello, galt es ein kurzes Stück auf der verkehrsarmen Passstrasse zu fahren.


Doch bei Pro Nouo verliess ich diese umgehend wieder und fuhr auf einem super Weg weiter, welcher sich ständig abwechselte zwischen Singletrail und Schotterpiste. Es ging weiterhin ständig bergauf, doch auch auf diesem Abschnitt war alles fahrbar.

      Berninabahn

      Auch heute war ich nicht alleine unterwegs

      Lej Nair, 2'223 m


Nach einem abwechslungsreichen Aufstieg erreichte ich den Lago Bianco unterhalb des Berninapasses. An diesem fuhr ich dann rechts vorbei und somit nicht ganz zur Passshöhe rauf.

      Lago Bianco, 2'234 m. Gleich oberhalb zu sehen ist der Bernina Hospiz

Somit war der Lago Bianco die eigentliche Passhöhe des Tages. Auf dem Westufer führt ein schöner Weg entlang, welcher bei der zweiten Hälfte zu einem herrlichen Singletrail wird.

     Mein Weg führt nach links, zur Alp Grüm


Ab der Staumauer fuhr ich auf einer schönen Schotterstrasse zur Alp Grüm.

      zuerst oberhalb der Bahnlinie

      dann durch eine schöne Vegetation

      Blick ins Val Poschiavo und den gleichnamigen See

      Kurz vor der Alp Grüm

      Bahnhof Alp Grüm, 2'091 m


Leider war das Restaurant ziemlich voll und so ass ich schnell ein Biberli und zog gleich weiter - und zwar auf eine der klassischen Downhills für Mountainbiker in der Schweiz überhaupt. Und ich glaube mit dieser Behauptung lehne ich mich nicht zu fest zum Fenster raus. Denn auch Vazifar, Gossweiler und RedOrbiter waren schon an diesem genialen Spot und laut ihren Berichten hat es ihnen ebenfalls gefallen.
Die Abfahrt beginnt gleich beim Restaurant des Bahnhofs Alp Grüm.

Die erste Hälfte bis Cavaglia ist zwar steil, aber spassig und toll. Nur die Bachrinnen stellen sich als einzige Hindernisse in den Weg.

      Regelmässig wird die Bahnlinie überquert

      Die angesprochenen Bachrinnen

      Cavaglia, 1'703 m


In Cavaglia fuhr ich ein kleines Stück auf einer Aspahltstrasse. Das war so zu sagen die Ruhe vor dem Sturm. Denn bei Puntalta begann der Trail ein zweites Mal, und diesmal mit dem ganzen Programm inklusive!

      Einstieg - Let's rock!

Die zweite Hälfte der Abfahrt war nun deutlich anspruchsvoller. Stufen, Absätze, lose Steine, Wurzeln, und teilweise recht steil. Trotzdem hatte ich meine Freude an diesem Downhill und musste nur einmal absteigen (wenn man die steilen und für mich unfahrbaren Serpentinen nicht dazu zählt *hüstl*).
Ich spürte gut, dass es nun mein bereits dritter Tag in Serie auf dem Bike war. Den Trail-Rhytmus musste ich nicht mehr gross suchen, ich hatte ihn schnell.

      Zwischendurch hats auch flowige Teistücke

      Zielschuss!

      Poschiavo, 1'014 m


Nach einem Ungeheuer eines Trails erreichte ich mit leerem Magen Poschiavo. So gabs dann mitten im schmucken Dorf eine feine Portion Pasta, welche unglaublich gut tat. Noch einmal rief ich mir die Eindrücke der vergangenen Abfahrt ab und kam zu einem eindeutigen Fazit: Tolle Sache und zur Nachahmung sehr empfohlen!

Das Timing stimmte und als ich nach dem Essen zum Bahnhof rollte, musste ich gerade mal zehn Minuten warten, bis mein Zug kam. Also schnell Ticket lösen, Bike einpacken und ab in die Rhätische Bahn, welche mich in 50 Minuten auf den Berninapass führte.


Oben angekommen sah ich bereits den nächsten Trail, diesmal am Ostufer des Lago Biancos entlang. Im Gegensatz zum vorherigen Downhill herrschte nun Flow vom feinsten!

      Bahnhof Bernina Hospiz, 2'253 m

      Beginn des Trails, wenige Meter vom Bahnhof entfernt.

      und ab die Post!


Bei der Nord-Staumauer des Lago Biancos fuhr ich dann bis Pro Nouo die exakt gleiche Route wie beim Aufstieg. Und wie ich es mir da am Vormittag schon dachte, war diese Abfahrt wirklich super. Es stellten sich mir keine grossen Schwierigkeiten in den Weg und ich konnte herrlich auf Zug fahren!


Schnell war ich wieder unten und kam in einen richtigen Trailrausch. Das war wirklich wunderbar. Doch bei Pro Nouo erhöhte ich dann das Level wieder ein bisschen und ein technischer Trail, welcher ich ebenfalls letztes Jahr bei der Medienreise kennen lernte, war dann quasi das Sahnehäubchen der gesamten Abfahrt.

      Der Einstieg erfolgt über ein paar Treppen und ist zu Beginn noch einfach.

      Doch schon bald wirds interessanter...

      Das Ende unmittelbar bei der Eisenbahnlinie.


Dieser Trail war dann ein würdiger Abschluss einer genialen Tour. Dieser Tag gehörte zweifelsohne zu den besten Biketagen meines Lebens. Das war wirklich super!!!
Über Feld- und Waldwegen liess ich es dann gemütlich ausrollen und erreichte so wieder Celerina und meine Unterkunft.


GPS-Track: Bernina Express.gpx
Google Earth-Datei: Bernina Express.kmz

Distanz: 54 km / Fahrzeit: 3h 48 min / Höhenmeter: 605 Hm