Ursprünglich planten Martha und ich über Ostern ein Bikeweekend im Tessin. Aber weshalb denn in die Ferne schweifen, wenn die Trails hier in der Zentralschweiz staubtrocken sind und das Wetter besser ist als im Süden? So änderten wir kurzfristig unser Programm und fanden sogar noch drei Bikegenossen, welche auf eine Tour im Pilautsgebiet mitkamen. Bereut hats niemand...!

Start war bei der Kirche in Hergiswil. Inzwischen kann man die Touren nicht mehr an einer Hand abzählen, welche wir an diesem Standort begannen. Diesmal gings aber nicht wie gewohnt direkt auf den Lopper, sondern mit etwa das doppelte an Höhenmetern auf die Fräkmüntegg. Diese befindet sich unmittelbar unterhalb des Pilatus auf dessen Nordseite.



So galt es also ganze 975 Höhenmeter zu bewältigen. Der erste Teil war geteert und die zweite Hälfte bestand aus einer Schotterstrasse. Im oberen Teil, kurz vor Mülimäs gabs ein kleines Zwischenstück, welches in einem Trail endete und uns in einem Mini-Downhill auf die nächste Schotterstrasse ausspuckte.


Ein erstes Mal waren unsere Federgabeln gefordert, wenn auch nur wenig. Cool wars alleweil!
Weiter im Text gings wieder mit bergauf fahren.


Nach Mülimäs wurde der Weg dann extrem steil und auch ruppiger. Keiner von uns fünf konnte den kompletten Schlussanstieg ohne abzusteigen durchfahren.

      Einige wählten die einfachere Linie...


Für meinen Bruder Lukas, welcher nach dem Bürgenstock von der Vorwoche seine erst zweite Biketour überhaupt absolvierte, liefs ganz gut im Aufstieg. Nur gegen Ende musste er ein paar Mal kapitulieren vor dem brutalen Aufstieg. Für Ihn aber war ein Aufstieg von knapp 1'000 Hm eine völlig neue Herausforderung. Gemeistert hat er sie mit Bravour!!

      Luki (l.) und Pädi (r.) kommen auf der Fräki an. Sauber gemacht Jungs!!


Auf der Fräkmünt herrschte reger Betrieb, logisch an Ostern. Wobei es bestimmt noch etwas mehr Volk gehabt hätte, wäre die Bewölkung nicht so dicht gewesen. Uns war dies aber nur recht.


Nach dem Mittagessen im Restaurant starteten wir voller Vorfreude auf die Abfahrt zur Renggkappelle. Da ich den ersten Teil unmittelbar nach der Fräkmüntegg nicht so holprig in Erinnerung hatte, liessen meine Bikefreunde die Sättel etwas später runter, als Ihnen eigentlich lieb gewesen wäre... :-)
Denn vor zwei Jahren fuhr ich (mit Ausnahme des Aufstieges) bereits eine identische Tour zu dieser.

Der Beginn der Abfahrt führt uns unter der Rodelbahn durch. Eine knifflige, aber äusserst lustige Passage!


Danach wie oben angetönt sehr holprig runter zum Sagenboden.


Nach einem ruhigerem Stück erreichten wir die Alp Gschwänd. Dort begann dann endlich der Singletrail.


Ein klasse Trail, welchen wir da unter den Stollen hatten. Gespickt mit Absätzen und flowigen Teilstücken machte er uns allen Spass, wie unschwer auf dem nächsten Bild zu erkennen!


Das Mittelstück wurde dann sehr technisch. Es hatte sehr viele lose Steine auf dem Weg. Die Techniker unter uns hatten aber auch hier ihre Freude. Die weniger geübten stiegen dann halt lieber einmal mehr als weniger ab. Recht hatten sie!
Beim Einstieg zu diesem Abschnitt hat man eine super Sicht auf den ganzen Weg. Und so bestaunten wir Silvan, welcher alles fuhr.

      Sieht auf dem Foto viel viel einfacher aus, als es ist.

Doch er schaffte noch mehr als das. Ganz unten gelang es ihm zum ersten Mal das Hinterrad zu versetzten. Die Freude war nicht nur bei ihm gross, sondern auch beim Rest der Gruppe. So konnte man ihn ab diesem Moment bei jeder Kurve beobachten, wie er seine Technik verfeinerte.
Doch auch die Anderen schlugen sich bei dieser Geröllwüste sehr gut.

      Hier auf diesem Foto mit Pädi sind die losen Steine sehr gut zu erkennen.


Die Bilanz liess sich sehen nach diesem Geröllfeld! Kein Sturz, kein Platten, fast keine Abstiege und die Hinterradversetzpremiere von Silvan! Na dann mal weiter...!

Als nächstes folgte ein Flowtrail wie er im Bilderbuch steht!


Kurz nach Büchslen war der Trail zu Ende und es folgte die Überfahrt auf einer Schotterstrasse zur Renggkappelle. Dort dann die schon fast traditionelle Challenge. Wer kann am weitesten fahren? Und diesmal konnte mir Silvan nicht das Wasser reichen und die Runde ging an mich :-)
Doch auch für mich hiess es dann, wie für alle Anderen auch: Bike auf die Schulter!

Es ginge auch schiebend, wäre aber um einiges umständlicher.


Oben auf dem Renggpass angekommen, verweilten wir nur kurz.


Hier waren wir schon oft. Und mit einer Ausnahme gings immer nach links auf den Loppertrail. Nur mit Pädi fuhr ich schon mal gerade aus während unserer Alpnachersee-Umrundung. Diesmal sollten auch Martha, Luki und Silvan in den Genuss der direkten Variante nach Alpnachstad kommen.

Der Beginn ist eher einfach und lädt zum Trailsurfen ein. Zudem schien nun die Sonne, was die Sache noch besser machte. Obwohl - gehts noch besser?

      Auch mein Bruder ist nach dieser Tour wohl definitiv vom Bikevirus infiziert!

      Und die Henne im Korb? Sie ist bereits nicht mehr zu heilen von dieser Krankheit.

      Und Pädi? Das was ihm in der Ausdauer (noch) fehlt, macht er mit der Fahrtechnik locker wett. Unglaublich, was er fahrerisch die letzten 12 Monate für Fortschritte erzielt hat!!!

      Und bei Silvan gibts eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Entweder wird gefahren, oder es wird gefahren! Und seit neuestem auch nur auf dem Vorderrad. Stark!

      Na ja, und ich bin seit rund drei Jahren krank, werde mich aber nicht heilen lassen. Ist gesünder so! :-)


Der untere Teil war dann nochmals anspruchsvoller. Viele Absätze und Wurzeln säumten den Trail. Aber bei ein bisschen Mut und entsprechender Technik ist auch hier fast alles fahrbar.


In Alpnachstad angekommen waren wir alle begeistert und uns einig, dass diese Direkt-Variante ebenso attraktiv ist wie der Original-Loppertrail. Nur ist man so halt schneller unten. Der Loppertrail ist durch den welligen Beginn etwas zeitintensiver. Die Reise wert sind auf alle Fälle beide Trails.
Und auch hier war ich nicht der Einzige Fotograf. Ein Specialthanks to Pädi. Danke fürs zum Verfügung stellen Deiner Fotos für diesen Bericht und natürlich fürs Fotographieren selber.

GPS-Track: Fraekmuentegg.gpx
Google Earth-Datei: Fraekmuentegg.kml

Distanz: 24.7 km / Fahrzeit: 2 h 32 min / Höhenmeter: 1'063 Hm