Da ich momentan am zügeln bin und die nächsten paar Tage nicht so zum biken komme, erachtete ich es als sinnvoll mein Bike nun in den Service zu bringen. Die Bremsen, den Sattelschnellspanner, die Kette und sonst ein paar Kleinigkeiten müssen überprüft/ausgewechselt/repariert werden. Schliesslich beginnen in vier Wochen meine Sommerferien und dann muss mein Radl bereit sein.

Doch nun bin ich ein bisschen im Dilemma. Denn ganz unerwartet kriegte ich von meinem Velomechaniker ein Testbike für diese zwei Wochen zur Verfügung gestellt. Und zwar das X-Control 410 von Lapierre. Na gut, soviel Zeit muss sein und so muss dieses Mountainbike selbsverständlich ausprobiert und gestetet werden.

      Der Tubless Race King Reifen von Continental. Tubeless - etwas ganz neues für mich.

Als erstes fiel mir die Schlichtheit des Bikes betreff Farbe auf. Das Grau/Weiss gefiel mir schon mal sehr gut und die kleinen, fast unauffälligen goldenen Farbtupfer passten da bestens dazu. Sofort sah ich auch, dass das Bike mit Tubeless Pneus bereift war. Da stieg die Neugier natürlich gleich mal. Da liest man allerlei im Internet darüber.

Zuerst drehte ich gleich mal in der Nähe des Bikeshops eine Runde, um fest zu stellen, ob die Sattelhöhe stimmt. Diese ersten paar Meter waren aber noch nicht aussagekräftig, da ich mit Turnschuhen auf den Klickpedalen stand. Wie erwähnt rechnete ich ja damit, dass ich zu Fuss nach Hause muss... Was sehr gefiel, war die Schaltung. Die Shimano XT liess sich wie aus einem Guss rauf- und runterschalten. Das fühlte sich grossartig an.

 

Nur fand ich hinten keinen Lockout-Hebel um die Federung ein- und auszuschalten.

      Wohl das Herzstück dieses Bikes. Die von Lapierre patentierte FSP-Hinterfederung.

Mein Bikemechaniker Pius erklärte mir dann, dass sei ein spezielles Federsystem, welches sich automatisch ans Gelände anpasst. Das Lockout entfällt da. Na hoppla, von so was habe ich ja noch gar nie gehört! Tönt sehr sehr spannend.

Am letzten Dienstag stand dann die erste Testfahrt auf dem Programm. Bewusst wählte ich mit dem Buttenberg einen meiner Haustrails aus, welchen ich in- und auswendig kenne. Bin den schon dutzende Male gefahren und kenne jeden Meter dort. Also kann ich es ein bisschen krachen lassen und mein Testbike auf Herz und Nieren testen.

Als erstes war ich natürlich gespannt, ob denn die automatische hintere Federung nicht doch wippen würde, beim bergauf fahren. Aber siehe da, es bleibt angenehm ruhig. Auch wenn ich aus dem Sattel gehe und ein bisschen schneller fahren, merke ich nur minim was. Ich musste schon absichtlich Druck auf die Pedale geben, damit sich der Hinterbau bewegte. Also hier schon mal der erste Pluspunkt.

Die Tubless Reifen fühlten sich grossartig an. Egal ob auf Asphalt oder Schotter, diese laufen bergauf sehr rund. Ich glaub, ich war noch nie so schnell auf dem Buttenberg.
Allgemein bekam ich den Eindruck, dass man da ein Bike herstellte, welches sehr gut die Steigungen rauf kommt. Genau erklären, an was ich das spürte kann ich nicht. Es ist einfach der Komfort, die Sitzposition, die Geometrie, oder was auch immmer. Mir erging es jedenfalls so - oder war es nur die Euphorie? :-)

Oben dann konnte ich mich endlich auf dem Buttenbergtrail austoben. Und auch hier wieder die Frage, was macht die hintere Federung nun? Klar, sie macht natürlich dass was sie muss. Vom einten auf den anderen Meter wurden die Wurzeln und Steine geschluckt. Also auch auf dem Trail funktionert alles bestens.


Ich kann diesen Trail so richtig geniessen. Auch vorderen 120 mm Federweg erfüllen ihren Dienst makellos. Ist halt doch ein Unterschied zu den 100 mm meines Univegas. So ist das Lapierre x-control 410 auch ein Bike zum bergab fahren.
Die Tubless-Reifen haben sehr schön Grip und geben der ganzen Geschichte eine zusätzliche positive Note. Das die Shimano XT Schaltung bestens funktioniert, habe ich ja schon oben erwähnt.

Wenn es einen Minuspunkt gibt, dann dieser: Die Bremsen lassen bei deren Betätigung ein unangenehm tönendes Quietschen, ja schon fast pfeiffen von sich hören. Dies sei ein Problem von Lapierre, an welchem sie dran seien, teilte mir mein Bikehänder mit.
Zudem müsste ich mich auch noch an den lauten Freilauf gewöhnen. Bei meinem Univega höre ich so gut wie nichts. Das aber ist nur ein Detail am Rande.

Ja und jetzt? Bis am 17.6. kann ich es noch ausleihen und testen. Über Pfingsten möchte ich es dann auch auf den richtigen Trails irgendwo in den Bergen ein bisschen spazieren führen. Behalten, resp. kaufen werde ich es (wohl) nicht. Mein Budget ist mit dem Kauf eines neuen Bikes noch nicht so recht einverstanden. Wenns dann aber mal ein neues gibt, dann ist seit dieser Testphase Lapierre ganz weit oben auf der Liste.
Aber jetzt lassen wir zuerst mal das Pfingstwochenende auf uns zu kommen... :-)