Am letzten Montag gingen nun endlich meine Sommerferien los. Und wie im Blogbeitrag vom 1.7. will der Kanton Tessin durchquert werden. Ob ich allerdings die ganze geplante Route abfahren kann, ist noch ein bisschen ungewiss, da für Donnerstag starke Niederschläge angesagt sind. Mir schwebt bereits jetzt eine Alternative für den Rückweg vor. Mal sehen, was die Woche so bringt...
Meine erste Etappe startete am Montag 4.7. in Ulrichen/VS.

 

Die ersten knapp 1'000 Hm bezwinge ich alles auf der Nufenenpaßstrasse.

       In der Mitte am Horizont ist bereits die Griessee-Staumauer zu erkennen.

      Blick zurück - wäre auch mit dem Renner cool.

Beim Punkt 2'303 m biege ich rechts ab auf die Schotterstrasse zum Griessee.

      Grandioser Ausblick 

Kurz vor dem See ist auf einmal die Straße gesperrt. Ein Arbeiter sagte mir, ich müsse den Wanderweg nehmen. Ich käme aber auch so zur Corno Gries Hütte. Nach gut, so kommt das Bike ganz unerhofft bereits ein erstes Mal auf die Schulter.

      No way - hier wird gearbeitet.

Der Weg macht es mir zwar nicht unbedingt leicht. Aber es geht jetzt halt nicht anders.

Kurz vor der Abzweigung Richtung Griespass mache ich Mittagspause. Der Ausblick auf den Griessee ist super!


Danach beginnt der erste Singletrail. Es ist dies derjenige, welcher oberhalb des Cornopasses durchführt. Die ersten paar Meter muss ich noch schieben, da zu steil, doch danach kann ich mehr als die Hälfte fahren, obwohls bergauf geht.

      Blick zurück auf den Griessee

Am höchsten Punkt kann ich auf den Cornopass runter schauen. Herrlich!


Dort befindet sich auch die Kantonsgrenze. Tessin, hier bin ich nun. Die Durchquerung startet offiziell hier!

Nun beginnt die Abfahrt zur Corno Gries Hütte. Und die ist wirklich klasse. Das Meiste kann ich fahren und ist Spaß pur! Auch ein paar Schneefelder müssen durchquert werden.

 

      Die Capanna Corno Gries Hütte ist bereits in Sicht

So erreiche ich um 14.00 Uhr die Corno Gries Hütte.

      Capanna Corno Gries, 2'338 m. Die Architektur der Hütte gefällt mir sehr gut.

Der Magen knurrt bereits wieder, das Sandwich von vorher ist bereits verbrannt. So gibts noch eine feine Suppe.
Nachdem ich noch mit drei Wanderen ins Gespräch kam, welche ebenfalls mehrere Tage unterwegs sind, geht meine Reise weiter. Und der weitere Verlauf des Trails knüpft nahtlos ans Ende des Vorherigen an.

 

Der zweite Teil ist dann nicht mehr so einfach und beinhaltet einige unfahrbare Steigungen. Auch weil es gegen Ende mehrheitlich bergauf geht.



Bei der Alpe San Giacomo entschliesse ich mich heute noch bis Altanca zu fahren. Nach einem Telefon in die einzige Unterkunft des Dorfes muss ich diese Idee begraben wegen geschlossen. In Airolo  zu übernachten macht mich aber nicht sonderlich an und so rufe ich ins Restaurant auf dem Ritomsee an. Dort kann ich dann mein Best reservieren lassen. Nur heisst das jetzt für mich, dass mir noch einen 700 Hm Aufstieg blüht. Ich rechne grob dass ich um 19.00 Uhr dort sein werde.

Nach der Alpe San Giacomo mehren sich die fahrbaren Stellen wieder und nach zwei flächeren Abschnitten beginnt die super  Abfahrt ins Bedrettotal.

      teilweise bleibts knifflig.


      Die berühmt-berüchtigte Geri/Hubi Kurve..

      sensationelle Abfahrt ins Bedrettotal!


 

Nur gegen Ende gibts noch ein paar fiese und eigentlich unnötige Gegensteigungen. Da es schon nach fünf Uhr ist, verzichte ich auf weitere Experimente und brause auf der Hauptstraße nach Airolo.

Und je näher ich Airolo komme, desto mehr spiele ich mit dem Gedanken die Standseilbahn zu nehmen. Nach diesen langen Trails ist vorallem der Kopf ein bisschen leer und der Rucksack wird auch nicht leichter. So checke ich in Airolo auf meinem Handy schnell den Fahrplan. Und siehe da, in 25 Minuten fährt die nächste und zugleich auch letzte Bahn hoch. Der Entschluss ist sofort gefasst und so rase ich in Rennvelomanier auf der Hauptstraße nach Piotta.

15 Minuten danach bin ich bereits dort und einen Moment später ist das Ticket gelöst und die Fahrt geht los.


 

Diese entpuppt sich als sehr spektakulär, ist dies doch die steilste Standseilbahn von Europa mit einer maximalen Steigung von 87,8 %.


Oben angekommen sind es dann nur noch 50 Höhenmeter und schon bin ich bei meiner Unterkunft.

Es hat nur wenig Gäste hier. Ich werde sehr freundlich begrüßt. Die anschließende Dusche ist dann eines der Highlights des heutigen Tages und auch die Portion Penne mit Speck und Champignons schmeckte sehr gut.

      Gutes Essen, freundliche Bedienung und ein Doppelzimmer für mich alleine - was will man mehr? :-) 

Nicht viel später bin ich dann bereits im Bett. Der heutige Tag war super, hat aber auch Substanz gekostet. Dass kilometerlange Trails nicht nur genial sind, sondern auch Kraft kosten, weiss ich nicht erst seit heute. Zudem ist auch der Rucksack schwerer als auf einer Tagestour. Daran habe ich mich aber schon recht gut gewöhnt.

So geht ein super Biketag zu Ende, der Nächste kann sehr gerne kommen.

GPS-Track: CornoGries.gpx
Google Earth-Datei: CornoGries.kmz

Distanz: 46.45 km / Fahrzeit: 4 h 15 min / Höhenmeter: 1'410 Hm