Aufgrund des Amtes des Personalchefs, welches ich inne hatte für das 125-Jahr Jubiläum unseres örtlichen Turnvereins, kam ich im August nicht so gross zum Biken. Ausser dem Freeridetag in Engelberg lief so gut wie nichts. Deshalb war auch schon länger nichts mehr los hier im Blog.
Das Jubiläum vom 10./11.09.2011 war dann aber ein voller Erfolg und so ging ich mit Martha gleich einen Tag später, nämlich am 12.09, in unsere wohlverdienten Bikeferien ins Alta Rezia Gebiet.
Der Plan war, dass wir die erste Woche in Livigno verbringen werden und dann in der zweiten Woche im Nachbartal, namentlich dem Engadin, die Trails unsicher machen werden.

 

Den Montag nutzten wir ausschliesslich für die Anreise. Unsere Unterkunft war das Hotel Lac Salin. Eines der besten Hotels in Livigno, aber immer noch preiswert für den gebotenen Service. Wir hatten ein schönes Doppelzimmer und im Preis inklusive war die Benützung der Wellness und SPA Anlagen. Dies nutzten wir natürlich auch voll aus. Die Bedienung und der Service waren auf höchstem Niveau, uns fehlte es an nichts. Auch das Essen war sehr gut.

Am Dienstag stiegen wir dann das erste Mal auf unsere Mountainbikes. Um uns mal einen ersten Überblick über Livigno und das ganze Tal zu machen, wählten wir die Tour Panoramica di Livigno. Diese führt auf herrlichen Singletrails rund ums ganze Tal.

Wir starteten vor unserem Hotel und fuhren die Strasse durchs Dorf runter bis ans nördliche Ende. Dort bogen wir rechts ab Richtung Valle di Federia und befanden uns so ein paar Meter auf der bekannten Nationalpark-Bikerunde. Bei der Ponte Calcheira verliessen wir diese aber wieder und bogen auf eine teils steile Schotterstrasse ein.

      Blick Richtung Norden zum Lago Livigno


Schon bald folgten die ersten Trails. Technisch nichts besonderes, aber sehr schön angelegt. Zudem gings stets auf und ab.

Immer mal wieder wurden die Trails durch kurze Abschnitte Schotterstrasse unterbrochen. Doch das meiste war Flow pur - und zwar auf Trails notabene.

Der erste Teil der Route führte uns dem westlichen Talhang entlang.

Bei der Ponte Lungo war dann fertig mit Trails. Der Einstieg in unsere Ferien passte uns beiden voll und ganz. Als nächstes gings gemütlich weiter Richtung Süden, diesmal auf dem Radweg im Tal.


Bei der Ponte del Verde bogen wir scharf links ab und wechselten nun auf die östliche Seite des Valle di Livigno. Nach einem schnellen Stück Kiesstrasse folgte ein ganz toller Singletrail, welcher paradiesisch durch Föhrenbäume hindurch führt. Technisch erneut einfach, machte uns dieser Track dann aber sogar noch mehr Spass als derjenige auf der Westseite.


Wir waren begeistert, ein wirklich super Abschnitt. Als wir später definitiv den Wald erreichten, blieb der Trail schön, die kleinen aber teils fiesen Gegenanstiege mehrten sich nun aber.


Bei Teola kamen wir nach einer langen und sehr schönen Trailsession auf die Hauptstrasse, welche zum Passo d' Eira führt. Die Panoramica Route war nun vorbei. Da es aber erst um die Mittagszeit war, wollten wir natürlich noch nicht zurück ins Hotel. Zudem schien die Sonne und es war angenehm warm. Also weiter, wo sind die nächsten Trails? :-)
Auf der Singletrail-Map Livigno/Bormio ist ein roter Trail von der Carosello 3000 Bergstation runter ins Valle di Federia eingezeichnet. Sieht doch gut aus, waren wir uns einig und so stiegen wir in die nicht mehr ganz modern scheinende Gondelbahn.

Oben angekommen verpflegten wir uns im Restaurant.

      Carosello 3000, 2'740 m

Obwohl die Bergstation "nur" auf 2'740 m liegt, heisst die Station dort oben Carosello 3000. Wird wohl am Monte Campaccio liegen, welcher auf 3'007 m in die Höhe ragt.
Die Gegend ist sehr karg, es wächst so gut wie nichts. Nach dem Mittagsmahl schauten wir uns noch ein bisschen um und fuhren dann zum Start des Trails. Der liegt in unmittelbarer Nähe der Bergstation und ist bestens beschildert.

Und gleich vom ersten Meter an ist dieser Trail ein Schmankerl. Es macht den Eindruck, als ob dieser extra für uns Biker angelegt worden ist.

Der obere Teil bietet kaum Schwierigkeiten und ist auch nicht so steil. Wir konnten es richtig laufen lassen!


Auch die untere Hälfte ist grundsätzlich nicht schwieriger. Es hat aber ein paar leicht ausgesetzte Passagen, welche etwas mehr Aufmerksamkeit erfordern und der Weg wird steiler. Die Bremsen werden mehr beansprucht als noch im oberen Teil.

Der ganze Trail ist Flow vom feinsten!


Beim Restaurant Cascine di Mortarec ist der Trail zu Ende. Wir waren begeistert! Am Vormittag der herrliche Panoramica Trail rund ums Tal und nun diese coole Abfahrt. Besser kann man wohl kaum in die Bikeferien starten!

Leider gibts dann auf dem Retourweg durchs Valle di Federia kaum eine Alternative zur Strasse. So stand uns eine rasend schnelle Abfahrt nach Livigno bevor. Nur um unsere Zuschauer zu fotographieren hielten wir ein paar Mal an.


Glücklich und zufrieden schlossen wir den ersten Biketag mit einem gespritzten Weisswein in einer Bar ab und freuten uns schon aufs Val Mora, welches dann am nächsten Tag auf dem Programm stand.

GPS-Tracks: Panoramica di Livigno.gpx, Carosello - Valle di Federia.gpx

Daten gesamt: Distanz: 41.9 km / Fahrzeit: 3 h 10 min / Höhenmeter: 730 Hm