Am letzten Biketag in Livigno liessen wir es etwas ruhiger angehen. Am Vormittag entschlossen wir uns den Trail, welcher durchs kleine Val Torto an den Lago di Livigno führt, abzufahren. Am Nachmittag stand dann nochmals Carosello 3000 auf dem Programm.

Wir starteten am Vormittag einmal mehr mit einer Fahrt der Mottolino Gondelbahn. Danach gings (zum letzten Mal) ein kleines Stück auf der Easy-Line des Bikeparks bis auf die Höhe des Passo d' Eira. Dort verliessen wir bei der Jump-Area den Park und fuhren runter zum Pass. Dann gleich vor der Hauptrasse nach rechts auf eine asphaltierte Nebenstrasse. Dieser folgten wir und erreichten nach dem grossen Parkplatz schon bald den ersten netten Trail des Tages.


Das war schon wieder ganz nach unserem Geschmack und genau richtig, um warm zu werden. A propo warm: Dies war bereits der fünfte, wettermässig herrliche, Biketag in Livigno. Besser kann man es nicht treffen!

In Campaccio, bei der Ponte del Rex, erreichten wir die Hauptstrasse, welche nach Bormio führt. Der Verkehr war dann nicht ganz unser Ding und daran waren wir uns auch gar nicht mehr gewohnt nach dieser Woche. So waren wir sehr froh, als wir in einen kurzen Moment später die Strasse wieder verlassen durften.

Danach folgte als Kontrast zur Strasse ein herrlich schön angelegter Singletrail. Dieser führte an der Tee di Pila vorbei und geht meistens bergauf, dies aber alles fahrend machbar.

      Wir waren nicht alleine unterwegs.


Schon bald erreichten wir die Abzweigung, welche zum Passo Trela führt. Da wir, wie oben erwähnt, heute keine grossen Sachen mehr reissen wollten, liessen wir den aus und schoben ihn auf die Pendenzenliste für den nächsten Urlaub in Livigno.

Statt dessen bogen wir scharf links ab Richtung Val Torto. Und da ging es dann ein längeres Stück nur noch runter.

Und einmal mehr durften wir einen weiteren klasse Trail von Livigno befahren!!!

      Oha, ein blinder Passagier...


Auf der Höhe von ca. 1'900 m war diese tolle Abfahrt dann vorbei und wir erreichten das malerische Val Torto, durch welches der gleichnamige Fluss führt.

Von der Landschaft, den Farben und den Bäumen her, kam uns dieses Tal wie eine Mini-Version des Val Mora's vor. Wirklich sehr sehr schön!


Etwa bei Talhälfte kamen wir bei einer weiteren Verzweigung an. Hier besteht die Möglichkeit nach rechts zu gehen. Dort würde man über eine knackige Tragepassage die Alpisellastrasse erreichen. Dies liessen wir natürlich sein und fuhren einen weiteren Singletrail bergauf. Der mittlere Teil war dann ein ständiges auf und ab und gegen Ende gings dann selbstverständlich wieder nur runter.

      Hier nach links.

      kurz vor dem See


Beim Ende des Trails waren wir unmittelbar am Seeufer angelangt. So fuhren wir ein paar Meter nach rechts und verpflegten uns im Restaurant Alpisella zu Mittag.

Am Nachmittag fuhren wir fast das ganze Dorf Livigno rauf zur Talstation der Carosello Bahn. Den Weg dort hin hätten wir inzwischen wohl auch blind gefunden :-)
Oben angekommen gingen wir nicht auf den Federiatrail sondern der Schotterstrasse, welche Richtung Norden dem Grat entlang führte. Dies war sozusagen ein Experiment. Wir hofften da auf ein paar schöne Trails ins Dorf runter.


Die Landschaft dort oben (auf knapp 2'800 m) war sehr karg. Zudem nahm auch die Bewölkung zu, die angekündigte Regenfront war im Anmarsch. Für die nächsten paar Stunden sollte es aber noch trocken bleiben.


Die Strecke hatte einige unglaublich steile Rampen drin.


Bei Vetta Blesaccia fuhren wir nur noch bergab, leider aber weiterhin auf der öden Strasse. Zudem gings teils extrem steil runter und der Schotter wurde zunehmends loser. An laufen lassen war nicht zu denken.


Auf einmal fiel uns auf der linken Seite ein kleiner, künstlicher Damm auf. Darauf meinten wir, eine kleine Wegspur erkennt zu haben. Beim Punkt 2'617 konnten wir dann auf diesen rauffahren. Doch schon bald war er zu Ende. Wir überlegten aber nicht lange und fuhren einfach auf dem Bergrücken weiter.

Und das hat sich, wie man an den Bildern sieht, alleweil gelohnt.


Zwischendurch war immer mal wieder eine kleine Wegspur zu finden. Und wenn auch, verfahren konnten wir uns da eh nicht.


Ein toller Abschnitt. Den letzten Teil liessen wir dann sausen, da wir nicht wussten, wie das Ende war. So fuhren wir nach rechts und kamen wieder auf die Strasse. Bei der Alpe La Costaccia konnten wir aber bestens sehen, dass auch der letzte Teil gepasst hätte.

Der Rest ist dann aber leider schnell erzählt. Ein Trail, gleich unterhalb der Alpe La Costaccia, würde schon nach Livigno runter führen, doch dieser ist für Bikes gesperrt. Dies war das einzige Bikeverbot, welches wir in ganz Livigno antrafen. Von dem her ja kein Problem, die Fülle an Trails, welche uns dort offen steht, ist ja fast grenzenlos.
Dies hatte dann halt zur Folge, dass uns nur die sausteile, lose Schotterpiste übrig blieb. Im Winter wird das wohl eine Skipiste sein. Kurz vor Livigno kamen wir nochmals auf einen kurzen Teil der Panoramica di Livigno Tour und erreichten wenig später wieder unser Hotel.

So fand eine unglaublich tolle Bikewoche in Livigno ein Ende. Unsere Ferien hatten aber erst Halbzeit, wir freuten uns bereits auf unsere zweite Woche im Engadin.
Das weitere Programm sah vor, dass wir einen Tag später, also am Sonntag, 18.09. ins Engadin transferieren. Am Montag soll es dann bereits auf die ersten Trails in St. Moritz und Umgebung gehen. Aber erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt.... (Fortsetzung folgt).

GPS-Track: Val Torto - Carosello.gpx
Google Earth-Datei: Val Torto - Carosello.kmz