Da am 1. November bei uns in der Zentralschweiz Feiertag (Allerheiligen) herrscht, nutzten wir die momentan hervorragenden Bikebedingungen für unsere Saison Abschluss Tour. Eine Tour auf dem Monte Tamaro stand auf dem diesjährigen Programm.

Da wir keinen Bock hatten, am Dienstag Morgen um viertel nach sechs in Luzern auf den Zug zu gehen, reisten wir bereits am Montag Abend nach Lugano an. Wir übernachteten im Hostel Montarina. Wie immer ist diese Unterkunft sehr empfehlenswert.

Zu Beginn unserer Tour war erst einmal ein bisschen ÖV angesagt. Zuerst gings mit dem Zug nach Rivera...

...und anschliessend mit der Gondelbahn zur Alpe Foppa rauf.


Oben besuchten wir dann natürlich die Kirche von Mario Botta. Die Aussicht war bereits super, doch es sollte noch besser kommen.


Beim Blick Richtung Monte Tamaro konnten wir uns gleich mal auf ein paar Schneepassagen einstellen.


Und genau so war es denn auch. Mit Ausnahme der ersten paar Höhenmetern war der Aufstieg komplett schneebedeckt. Da aber der Untergrund aus losem Schotter und teils groben Steinen besteht, war die weisse Unterlage ein klarer Vorteil. Der Schnee war sehr griffig und daher konnte ich gute 90% des Aufstieges fahren. Bei normalen Verhältnissen fahre ich da etwa die Hälfte.

Und Silvan fuhr den Aufstieg komplett durch. Stark!


Pädi und Martha nahmen es derweil ein bisschen gemütlicher.


Oben beim Sendeturm Manera empfing uns die Sonne und wir waren wieder alle beisammen. Ein paar Meter später erreichten wir die inzwischen geschlossene Capanna Tamaro. Die Aussicht war phänomenal!


Der folgende Trail ist auch wieder schneebedeckt. Doch auch hier stört uns das nicht gross, da es erneut sehr griffig ist.


Kurz nach der Tamaro Hütte wollte Silvan unbedingt auf den Motto Rotondo rauf auf 1'928 m. Ich rechnete nicht mit einer fahrbaren Abfahrt und liess diese Übung sein. Auch Pädi und Martha wollten auf dem original Weg bleiben. Silvan aber war es nach experimentieren und so trug er sein Bike auf den Gipfel.
Während dessen fuhren wir anderen drei weiter bis zum Punkt 1'842 m. Auch hier weiterhin griffiger Schnee - die Schattenseite lässt grüssen

Bei der bekannten Abzweigung unterhalb des Monte Tamaro's warteten wir auf Silvan. Und siehe da, auf einmal sahen und hörten wir ihn den Berg runter klettern.

Also für alle, welche das mal ausprobieren wollen, ist diese Übung zum Nachfahren nicht empfohlen. :-)

Den letzten Teil des Trails konnte er dann auch noch fahrend bewältigen.


Bei der oben erwähnten Abzweigung gings dann links weg und es folgte ein Trail, welchen ich viel schwieriger in Erinnerung hatte, als er mir diesmal vorgekommen ist.

Ich war bereits zum dritten Mal auf dem Tamaro mit dem Bike. Martha, Silvan und Pädi zum ersten Mal. Begeistert waren wir alle vier. Dieser Trail, welcher unterhalb des Tamaro Gipfels durch führt, ist einfach klasse.

Auch zu erwähnen gilt es die tolle Fernsicht und die herbstlichen Farben. Einfach nur herrlich!!!


Die bekannte Abfahrt nach Agno geht unterhalb der Bassa di Indemini nach links. Wir aber gingen rechts weiter ein paar Höhenmeter bergauf. Oben gings nach einem fahrbaren Stück schon bald nur noch tragend weiter.


Beim Punkt 1'791 waren dann unterschiedliche Aktivitäten angesagt. Da Silvan die letzten paar Minuten einen Luftverlust im Hinterrad feststellte, wechselte er den Schlauch.


Andere nutzten die Gelegenheit und genossen die tolle Szenerie!


Nachdem auch Silvan zu einem Sandwich kam, gings ein Stück runter. Da wir uns inzwischen auf der bekannten Tamaro-Lema Gratwanderung befanden, war es auf diesem Abschnitt ein ständiges auf und ab.

      Auch Wanderer waren an diesem herrlichen Herbsttag unterwegs.

Bei der Bassa di Montoia bogen wir rechts ab und umfuhren so den Monte Gradiccioli. Der erste Teil war mehrheitlich fahrbar und beinhaltete eine schöne, kurze Abfahrt.


Schon bald aber gings wieder ans Eingemachte.

Auf Schnee galt es unsere Drahtesel eine kurze, aber fiese Rampe rauf zu tragen.


Schon bald wieder an der Sonne, gings auf erneut klasse Höhentrails weiter.


Kurz vor dem Monte Pola entstand das nächste Bild.


Die Abfahrt vom Monte Pola zur Alpe Agario war dann ein weiterer Höhenpunkt dieser Tour.


Über einen sanften Bergrücken fahrend, waren wir vier nur noch am geniessen. Solche Momente lassen sich nicht in Worte beschreiben...


Bikemässig etwas vom allerbesten überhaupt lag nun hinter uns. Bei der Alpe Agario bogen wir links ab ins gleichnamige Val Agario. Diesen Trail wollte ich schon lange mal unter die Räder nehmen, diesmal war es soweit.

Zu Beginn geht es immer mal wieder bergab, bevor es dann ein ständiges auf und ab ist. Auch hat es in regelmässigen Abständen unfahrbare Stellen in Form von Bachübergängen oder zu grossen Felsen, wo es gilt, das Bike rüber zu tragen. Diese sind aber jeweils nur von kurzer Dauer.

Der Trail war ein weiteres landschaftliches Highlight an diesem Tag. Beim nötigen Glück trifft man noch auf eine Herde schottische Hochlandrinder.

Und lässt man sich nicht durch die verblockten Rhytmusbrecher aus der Ruhe bringen, ist dieser Trail ein richtiges Schmankerl.

      Hier eine der unfahrbaren Passagen


Bei La Bassa trafen wir auf zwei weitere Biker. Sie wählten die Abfahrt nach Arosio der Monte Ferraro Westseite entlang. Wir aber fuhren auf der Ostseite weiter und verabschiedeten uns vorläufig von der Sonne. Sofort mussten wir wieder die langen Kleider anziehen.

Auf tollen Waldtrails fuhren wir nach Arosio.

Der Kräfteverschleiss war gegen Ende bei allen auszumachen. Solch kilometerlange Trails mit Tragepassagen inklusive fordern Körper und Geist.


So entschieden wir uns in Arosio für den Ausstieg und fuhren auf dem schnellsten Weg nach Lugano. Die Asphaltstrasse runter nach Gravesano wird uns da speziell noch in Erinnerung bleiben. Auf unzähligen Serpentinen schlängelt sie sich den Berg runter. Danach gings auf der Hauptstrasse via Cadempino und Vezia nach Lugano.

Eine der besten Biketouren meines Lebens fand so ein Ende. Unglaublich die Farben des Tessiner Herbstes, die Schneeaufstiege, die Tragepassagen, die staubtrockenen Trails, die Bergrücken - Bikerherz, was will man mehr? Da war die ganze Bandbreite einer Biketour dabei! Danke Euch dreien fürs teilnehmen und für die Fotos.

Und auch diesmal hatte Silvan wieder seine Helmkamera dabei und so entstand am Dienstag auf der Tour und die folgenden Tage vor dem PC sein zweites Werk. Und dies ist doch eine klare Steigerung zum Lopper-Video. Silvan, das hast Du klasse hingekriegt. Danke vielmals für dieses tolle Video!

GPS-Track: Monte Tamaro.gpx
Google Earth-Datei: Monte Tamaro.kmz

Distanz: 32.8 km / Fahrzeit: 3 h 38 min / Höhenmeter: 800 Hm