In der gleichen Ecke meiner letzten Biketour gingen Martha und ich mal wieder zu Fuss auf einen Berg. Wir wählten die Schafnase des Giswilerstocks aus. Laut diversen Berichten eine T5 Tour.

Wir liefen beim Parkplatz der Glaubenbielenpasshöhe los in Richtung Jänzimatt. Auf dieser Strasse war ich rund 72 Stunden vorher ja schon auf zwei Rädern unterwegs. Schon bald sahen wir unseren Gipfel, die Schafnase. Dies ist der Gipfel ganz links von der Bergkette.


Nach der Jänzimatt zweigt ein schöner Wanderweg scharf links ab. Dies war dann der nächste Abschnitt unserer Tour.


Auf dem Übergang, unterhalb des Alpoglerberges, war dann wieder Nebelmeersicht vom feinsten angesagt.


Ein bisschen ehrfürchtig guckten wir den Berg hinauf und fragten uns schon ein wenig, wo es denn da rauf gehen soll? Vorgängig sei schon mal erwähnt, dass die Route schlecht bis gar nicht markiert ist. Aber eigentlich gibts ja nur eine Richtung, nämlich bergauf. Na dann mal los!


Zum aufwärmen galt es einen ersten steilen Vorsprung zu erklimmen.


Nach dieser gut meisterbaren Passage gings ein steiles Wiesenband rauf.


Und dann war der Start zur eigentlichen Kraxelei. Der untere Teil ist geprägt von griffigen und festen Felsen. Es war eine Freude, da rauf zu klettern.


Selbstverständlich war höchste Konzentration angesagt. Wir hielten auch genügend Abstand, denn immer mal wieder brachte der Vordere einen Stein in Bewegung.


In der Mitte war dann zwei, drei Mal nicht ganz klar, wo es denn weiter geht. Einige Couloirs führten den Berg rauf. Wir trafen aber immer die richtige Wahl. Nur ich musste einmal wieder umkehren, als ich mir einen Abschnitt etwas genauer anschauen wollte. Zum Glück waren es nur etwa 10 Höhenmeter. Doch diese waren schwierig genug, sie runter zu klettern.


Der letzte Teil war dann teils erdig und nicht mehr so griffig. Allerhöchste Konzentration war angesagt. Etliche Male standen wir nicht auf festem Felsen sondern auf kleinen, erdigen Vorsprüngen.

Doch auch dieses Teilstück meisterten wir beide und so sahen wir plötzlich den Gipfel vor uns.

 

Wie auf dem Bild ersichtlich, waren die letzten paar Höhenmeter rasch erklommen und so konnten wir auf der Schafnase auf 2'011 m eine unglaubliche Aussicht geniessen.

      Richtung Nordwesten. Alpoglerberg im Vordergrund, hinten links die Schrattenfluh.

      Richtung Norden. Die weiteren (namenlosen?) Giswilerstöcke. Im Hintergrund das Nebelmeer über dem Sarnersee.

      Richtung Osten: Obwaldner, Nidwaldner, Glarneralpen, etc.

      Richtung Süden: Berner Alpen. Im Vordergrund die Dundelegg.

      Richtung Südwesten: Brienzer Rothorn auf der linken Seite.

Nach einem ausgiebigen Gipfelrast machten wir uns an den Abstieg zur Furgge. Der Beginn ist noch ein bisschen steil. Wir mussten uns immer mal wieder abstützen. Es ging aber ganz gut und wir kamen ordentlich voran.

Hier war der Weg klar ersichtlich und ist auch als Wanderweg markiert. Im Vorfeld diskutierten wir noch die Möglichkeit den ganzen Grat abzuwandern bis zur Rossflue. Dort hätte es aber einen T5 Abstieg dabei gehabt und wir hätten von der Rossflue wieder den gleichen Weg bis zur Furrge gehen müssen. Das wäre wohl zu zeitintensiv gewesen, da es momentan schon recht früh dunkel wird. Von einem möglichen Abstieg zum Chrengepass runter habe ich nirgends Infos gefunden.

So bogen wir bei der Furgge rechts ab und erreichten über einen abwechslungsreichen Wanderweg wieder die Strasse, welche uns zum Glaubenbielen Parkplatz zurück führte.

      Blick zurück! :-)


Zu empfehlen ist auch ein Besuch bei einem kleinen Shop auf dem Glaubenbielen Parkplatz. Dort gibts ausgezeichneten Käse und sehr sehr feine Rohwurst. Diese Leckereien sind von der Jänzimatt und der Alp Emmetti. Wir kauften dort gleich einen grossen Teil unseres Abendessen ein. Sehr empfehlenswert, auch preislich.

GPS-Track: Giswilerstock.gpx
Google Earth-Datei: Giswilerstock.kmz

Distanz: 4.3 km / Höhenmeter: 450 Hm / Zeit gesamt: ca. 3 h (davon etwa 1h 15min im Hauptaufstieg am raufklettern)