Und hier eine weitere Episode des herbstlichen Novembers 2011. Diesmal gings für einmal nicht aufs Bike, sondern auf die Klettersteige.

Da Martha und ich bereits am vorherigen Weekend mit dem Giswilerstock wieder ein bisschen auf den Geschmack kamen, wollten wir wieder was ähnliches machen. Deshalb fuhren wir nach Engelberg, um uns zwei Klettersteige dort anzuschauen. Spontan hatte auch ihr Bruder Martin Zeit, uns zu begleiten.

Von Engelberg fuhren wir zuerst mit der Luftseilbahn zur Mittelstation Ristis. Dann stiegen wir um in die Sesselbahn, welche uns zum Brunni führte. Dort konnten wir dann für Fr. 25.- pro Person ein Klettersteigset mieten. Der Preis war sicher nicht zu tief angesiedelt und so werden wir nächstens ein eigenes Gestältli kaufen. Denn dieser Sport macht wirklich grossen Spass!


Als Beginn wählten wir mit dem Brunnistöckli den einfachsten Steig des Brunnigebietes. Die Zustiege sind alle bestens markiert.


Nach einer Viertelstunde waren wir beim Einstieg in den Brunnistöckli-Klettersteig.


Noch einmal das Setup überprüfen und es kann gekraxelt werden.


Für Martha und Martin war es der erste Klettersteig überhaupt und für mich der zweite. Zum ersten Mal auf einem solchen Parcours war ich im August 2008. Ist also drei Jahre her.


Daher mussten wir alle drei zuerst mal in den Rhytmus kommen. Der Beginn war dazu perfekt gemacht. Nicht extrem steil und sehr griffig, aber trotzdem fordernd.

      Blick zurück zur Brunnihütte.

Gesamthaft ist der Steig aber eher einfach, für Cracks wohl nichts besonderes. Er ist in den Tourismus-Infos von Engelberg auch als "Leicht" angegeben. Uns wars aber recht, denn um zu starten passte es bestens.

Eine erste "Brücke" brauchte dann doch etwas Überwindung. Nur auf einem Seil laufend (oder besser gesagt balancierend),  gings weiter vorwärts.


Die Engelbrücke ist etwas länger als die vorherige, aber einfacher zu begehen.


Begleitet von vielen Gleitschirmfliegern gings die Himmelsleiter rauf.


Dies selbstverständlich bei stahlblauem Himmel!


Danach weiter kraxlend langsam dem Ende des Steigs entgegen.


Ein toller Klettersteig war somit zu Ende, genau das Richtige um warm zu werden. Über einen Wanderweg waren wir rund zehn Minuten später wieder bei der Brunnihütte. Diese war nun gut besetzt und fast hätten wir keinen Platz mehr gekriegt. Aber digitales Zeitalter sei dank, wir konnten uns zu jemandem zu setzten.

Denn wie es der Zufall wollte, war auch Hansjürg (der Internetgemeinde wohl besser bekannt als Vazifar) mit seiner Frau in Engelberg. Er hat wie ich einen Bikeblog bei www.veloblog.ch. Schon etliche Male kommentierten wir unsere Berichte und ich bin auch schon einiges von ihm nachgefahren.
So schrieben wir uns einen Tag vorher via Facebook, dann die Natelnummern ausgetauscht und am Sonntag schnell mal anrufen: "Ja wir warten dann im Restaurant". Wunderbar! Und so hatten wir nicht nur einen Platz in der Gartenterasse, sondern auch endlich das Vergnüngen einander kennen zu lernen. Und wenn Biker sich unterhalten, geht der Gesprächsstoff nicht so schnell aus.
Selbstverständlich gabs dann noch ein gemeinsames Foto, welches mit Hansjürgs Kamera von Martha geschossen wurde. Besten Dank noch einmal fürs mailen der Bilder!

      Vazifar wie gewohnt mit Bike, ich für einmal mit Klettersteig Ausrüstung.


Martha, Martin und ich wollten am Nachmittag noch den Zittergrat-Klettersteig machen. Deshalb verabschiedeten wir uns nach dem Essen wieder von Liliane und Hansjürg. Es freute uns sehr, die beiden kennen zu lernen. Ist halt doch besser, als nur digital miteinander zu kommunizieren.

Der Zittergrat ist als "Schwierigkeitsgrad Schwer" angegeben. Wir waren auf einiges gefasst. Schon von unten sahen wir einigen Kletterern zu, wie sie senkrecht die Wand rauf kletterten. Wir freuten uns, hatten aber schon ein wenig Respekt.

Der Zustieg ist auch hier wieder bestens markiert, dauert aber nur ein paar Minuten.


Und dann gehts gleich voll los!


Die Wand ist bestens gesichert und mit Eisen und Stufen grundsätzlich gut bekletterbar.


Da es aber wirklich senkrecht raufgeht, sind auch die Armmuskeln gefragt. Es ist bei weitem nicht mehr so einfach, wie vorher beim Brunnistöckli.


Aber auch hier waren wir schnell im Rhytmus und der Steig begann uns Spass zu machen. So eine Wand senkrecht raufklettern, das macht man nicht alle Tage.


Unterwegs gibts eine Wandquerung zu meistern, bei der man sich voll auf das Sicherungsseil verlassen muss. Es hat keine Griffe und keine greifbaren Felsen. Man hält sich nur am Seil, an welchem man selbstverständlich auch gesichert ist.


Wir waren begeistert - dieser Steig ist wirklich grosses Kletterkino.


Oben trafen wir dann noch einen Kletter an, welcher uns kurz vor Schluss überholte. Am Ende des Steigs plauderten wir noch ein wenig. Auch er hatte eine Kamera dabei und sagte uns, dass er dann einen Bericht auf dem bekannten Wander und Bergportal hikr.org schreiben würde. Der Link dazu war sofort gefunden. Und wer genau schaut, findet auf ein paar Fotos auch uns am rumklettern.


Das Ende des Zittergratsteigs ist das gleiche, wie beim Brunnistöckli. Deshalb war auch der Wanderweg zur Hütte runter wieder derselbe. Es war schon fast vier Uhr und es wurde merklich kühler. Die Anzahl der Besucher der Brunnihütte nahm schlagartig ab und auch wir machten uns wieder auf den Rückweg.

Jaja, diese Klettersteige sind wirklich toll. Vorallem wenn sie so gut gepflegt und gesichert sind, wie diejenigen in Engelberg. Und in diesem Gebiet gibts ja noch mehr zu entdecken. Wir freuen uns auf jede Fortsetzung.