Als Auftakt zu unserer Woche Ferien genossen Martha und ich zwei Tage in Schaffhausen, getreu dem Motto: zweimal Top of Schaffhausen...

Wir dinnierten und nächtigten in der Fischerzunft. Da neben dem Biken auch gutes Essen zu unseren Hobbys gehört, wollten wir endlich mal 19 Gault Millau Punkte geniessen. Die Fischerzunft in Schaffhausen hat diese Auszeichnung, respektive Anzahl Punkte, und so machten wir uns am Sonntag Mittag auf den Weg in die Stadt am Rheinfall. Laut Auszeichnungen und Punkte soll dies das beste Restaurant des Kantons sein - also Top of Schaffhausen in sachen Gourmet. Wir waren gespannt.

Nach dem einchecken kriegten wir den sogenannten High Tea. Ein paar sehr leckere Häppchen wurden uns serviert. Danach machten wir uns auf den Weg an den Rheinfall. Natürlich mussten wir auf eines der Boote gehen um so nah wie möglich an den Wasserfall ranzukommen. Dies war äusserst eindrücklich.

Aufgrund des warmen Wetters und der eingesetzten Schneeschmelze war heftig was los!


Nach diesem eindrücklichen Erlebnis marschierten wir eine gute Stunde wieder zurück zu unserem Hotel und waren sehr gespannt aufs Abendessen.

Für einmal gibts jetzt ein paar Bikeblog untypische Bilder, doch die Fischerzunft mit Ihrer kreativen und grandiosen Küche hat diesen Eintrag verdient.

Nach einer unglaublichen Brotauswahl und feinem hausgemachtem Blätterteiggebäck wurden uns zwei Amuse Bouche (Grüsse aus der Küche) serviert. Einmal Wolfsbarsch mit rotem Currymousse und zum zweiten ein Apfelsorbet auf einer Brioche mit einem Zwiebelring. Leider habe ich es da versäumt, die Kamera zu zücken. Die beiden Grüsse waren unglaublich lecker und genial angerichtet.

Erst dann gings mit dem eigentlichen Menu und dem ersten Gang los. Es gab zweimal Lachs. Oben auf Grapefruit mit Mandeln und Vanille. Unten auf Salat mit einem unverschämt gutem Teriyakischaum. Für mich einer der besten Gänge, welchen ich je essen durfte. Ich war total begeistert. Auch Martha, welche nicht unbedingt eine Lachsliebhaberin ist, hatte grosse Freude an diesem Teller.


Als zweite Vorspeise wurde uns eine Hummersuppe serviert. Wir hatten beide das erste Mal Hummersuppe vor uns und waren beide begeistert. Daneben gabs ein Hummer Won Ton.


Als Hauptgang wurde uns ein grilliertes Black Angus Entrecote serviert. Das ganze lag auf Artischocken, Palmherzen und Sugar Snaps (Eine Kreuzung zwischen Garten- und Zuckererbsen). Soviel Fleisch auf einem Hauptgangteller in einem Gourmetrestaurant haben wir noch selten angetroffen. Und natürlich schmeckte uns auch dieser Gang vorzüglich.


Danach gabs ein bisschen Käse auf Sellerie. Genauer gesagt Brillat Savarin. Anschliessend ein sehr leckeres Dessert. Wir durften ein Kalamanissorbet mit einem Erdbeerkompott geniessen. In der Mitte war ein äusserst leckeres Biscuit und auf der Seite ein paar Würfel Erdbeergelée. Sehr sehr fein!!


Als Abschluss wurden uns ein paar hausgemachte Friandises zum Kaffee serviert.


Satt und glücklich gingen wir anschliessend schlafen. Das war für uns beide wohl das Beste, was wir kulinarisch bis jetzt geniessen durften. Zudem war auch der Service sehr freundlich, erfrischend und äusserst professionell. Wir wurden behandelt wie Könige und waren garantiert nicht das letzte Mal in der Fischerzunft zu Schaffhausen. Vielen Dank noch einmal an das ganze Team. So hatten wir das erste "Top of Schaffhausen" hinter uns.

Auch das reichhaltige und leckere Frühstücksbuffet soll erwähnt sein. Denn dies war eine wichtige Voraussetzung als Start für den zweiten Tag. Da die Wetterprognosen gut waren, nahmen wir auch unsere Bikes mit. Man ist ja nicht alle Tage hier und so wollten wir mal schauen, was diese Gegend so an Trails zu bieten hat. Als einer der Referenzpunkte wählte ich bei der Vorbereitung den Hagenturm aus, der höchste Punkt des Kantons Schaffhausen - Also Top of Schaffhausen zum Zweiten!

Von der Fischerzunft aus starteten wir in Richtung Norden. Zuerst gings durch die Altstadt, wo wir uns bei der Zuckerbäckerei Ermatinger mit Sandwiches und Nussgipfeln verpflegten.


Anschliessend gings ständig bergauf durch stets wechselndes Gelände.


Irgendwann kurz vor zwölf Uhr kamen wir beim Schleitheimer Randenturm an.


Nach einem kurzen Schwatz mit einem anderem Biker und einer Sandwichpause war's dann endlich an der Zeit für den ersten richtigen Trail des Tages. Vom Turm fuhren wir nach Westen zum Strickhof. Wir hatten keine Ahnung, was dieser Weg biketechnisch taugen würde.

Doch wir wurden nicht enttäuscht. Der Beginn war Flow pur, aber recht abschüssig. Konzentration war gefragt.

Danach konnten wir es richtig krachen lassen!

Ein klasse Flowtrail, wie er im Bikebilderbuch steht. Wir waren total begeistert. Nur die letzten paar Höhenmeter konnten noch nicht ganz abtrocknen und waren leicht schlammig. Doch dies tat der Freude keinen Abbruch.

Weiter gings blühend gelben Rapsfeldern entlang ins ruhige Dörfchen Beggingen.


Der nächste Aufstieg sollte uns nun zum Hagenturm bringen. Dies war dann eine deutliche steilere Angelgenheit als der erste Aufstieg zu Beginn der Tour.


Beim Punkt 647 fuhr ich den Wanderweg rauf, während Martha die Strasse aussenrum nahm. Ich wollte eine kleine Einheit Bergauftrail-Fahren machen. Bis auf ein kleines Stück konnte ich auch alles fahren.


Kaum wieder auf der Strasse angekommen, kam mir auch schon Martha entgegen.


Weiter gings auf teils steilen Schotterpisten bergauf, immer näher zum Hagenturm. Oben angekommen, mussten wir natürlich gleich den Turm besteigen. Und somit war der höchste Punkt des Kantons Schaffhausen bezwungen und damit auch unser zweites persönliches Top of Schaffhausen erreicht.

Auf dem Turm sähe man sehr sehr weit. Wir hatten aber ein bisschen Pech mit der Fernsicht.


Eindrücklicher war dafür der "durchsichtige" Boden des Turms. Wenn man zu den Füssen schaut, sieht man die Gitter hindurch auf den Boden. Da kribbelte es schon ein wenig. Schliesslich waren wir 40 Meter ab Boden!


Auf der grossen Wiese verdrückten wir unsere Leckerein von der Bäckerei.


 

Danach fuhren wir auf kleineren Trails rassigen Kiesstrassen mehrheitlich bergab in Richtung Merishausen.


Oberhalb dieser Ortschaft liegt der Hügelzug Ebnet. Dort war der nächste richtige Trail angesagt. Zuerst führte uns eine Strasse auf den Rücken.


Und dann gings los - einer der besten Trails der bisherigen Saison wartete auf uns. Mal schmal, mal breiter, mal flowig-schnell, mal technisch-langsam - ein richtiges Schmankerl!


Und ehe wir uns versahen, waren wir in Merishausen. Wer mit dem Bike in der Gegend ist, muss unbedingt auf die Ebnet rauf. Leider war dieser Trail (wie fast alle an diesem Tag) viel zu schnell vorbei, weil es statt über 1'000 Hm wie in den Alpen nur gut 200 Hm zu vernichten gab. Aber für eine Kombitour mit ein paar der Hügeln und Trails der Umgebung sehr empfehlenswert.


Doch der längste Trail des Tages auf dem Längenberg stand noch bevor. Auch hier waren wir gespannt, was uns erwarten soll. Und auch hier muss der Trail mit einem harten Aufstieg verdient werden. Auf einer gegen Ende steilen Asphaltstrasse fahren wir auf den Emmerberg.


Von dort gehts ein Stück auf Schotterpiste bergab. Irgendwann zweigt dann der Trail rechts weg.

Leider muss ich meine Bloglesergemeinde nun enttäuschen - es gibt nur ein einziges Foto von diesem Trail. Der Grund ist einfach: Es wäre schade gewesen, anzuhalten. Dieser unglaubliche Weg über den Längenberg ist eine Flowautobahn erster Güte. Ein Trail wie geschaffen für meine Freundin. Ich hatte grosse Mühe, ihr Hinterrad zu halten. Unglaublich, aber auf den schnellen Trails ist sie klar schneller als ich, so auch auf diesem.

Zügige Kurven, kleine Sprünge - der Hammer!!! Für Techniker eher langweilig und ein wenig technischer hätte es schon sein dürfen. Aber zwischendurch darfs auch mal "nur" schnell sein. Uns machte es auch so rüüüüdig Spass!!

Kaum am Ende des Trails angekommen, waren wir schon wieder in Schaffhausen und somit wieder am Ziel. Zwei tolle und unvergessliche Tage waren somit zu Ende. Es war super!

Zudem hoffe ich, dass dieser etwas andere Blogbericht mit den Ausführungen und Bildern über die Fischerzunft genauso Spass zum lesen machte, wie die anderen "normalen" Bikeposts auch.

GPS-Track: Schaffhausen.gpx
Google Earth-Datei: Schaffhausen.kml

Distanz: 37 km / Höhenmeter: 1'150 Hm / Fahrzeit: 3 h 20 min