Aufgrund meiner bald beginnenden Sommerferien hatte ich mein Univega-Bike im Service. Freundlicherweise bekam ich von meinem Velomechaniker ein Ersatzbike für die Dauer des Services. Dies war ein Bergamont Revox 8.2. Also ein 29-er Hardtail. Also mal was ganz anderes. So nutzte ich vorletzten Freitag das tolle Sommerwetter, um dieses auf der Tour zum Brisenhaus ausgiebig zu testen.

Ich startete die Tour in Stans.


Über markierte Radwege und Pfade erreichte ich Buochs am Vierwaldstättersee.


Schnell war ich danach in Beckenried, wo der lange und zu Beginn steile Aufstieg begann.

      Blick zur Klewenalp - liess ich diesmal links liegen.

Beim Rastplatz Schwändi machte ich eine erste Pause und nutzte die Gelegenheit gleich, mein Testbike zu fotographieren.

Im Aufstieg fühlte sich das Radl sehr angenehm an, ich kam flüssig voran. Bereits war ich sehr gespannt, wie die grösseren Räder sich auf dem Trail bemerkbar machen werden. Und weiter gings.


Nach knapp 1'100 Hm erreichte ich Tannibüel.

 

Dort könnte man in ein paar Minuten zur Klewenalp fahren, oder runter zur Stockhütte und weiter nach Emmetten. Beides liess ich aus, denn wie oben erwähnt war das Brisenhaus mein Tagesziel.

Die weitere Strecke führt zuerst auf der Skipiste nach Westen.

 

Bei der Abzweigung zur Bärenfallen (Punkt 1'601) kam mir von unten ein Biker entgegen. Wir kamen natürlich sofort ins Gespräch. Er wollte direkt zur Bärenfallen fahren. Als ich ihm aber von meinem Vorhaben erzählte, schloss er sich spontan mir an. So packten wir die letzten sehr steilen Höhenmeter zusammen an.


Während des gemeinsamen Aufstiegs stellte sich heraus, dass mein spontaner Begleiter Guido von www.tourfinder.net ist. Er ist der Betreiber dieser Page. Die gemeinsamen Gesprächsthemen gingen uns also so schnell nicht aus. Den letzten sehr steilen Abschnitt aber meisterte jeder für sich alleine. Zum reden reichte die Kraft da nicht mehr.

Nach dem höchsten Punkt, dem Sätteli auf 1'757, führt die Strasse weiter dem Hang entlang und einen kurzen Moment später ist man schon beim Brisenhaus.


Beim Brisenhaus gönnten wir uns eine feine Suppe und machten uns danach an den Downhill ran. Hier war der erste Abschnitt sehr schwierig. Wir mussten beide immer mal wieder absteigen und schieben.


Kurz vor Morschfeldboden wurde der Trail etwas fahrbarer.


Dort aber bogen wir rechts ab, um so zur Bärenfallen zu gelangen. Bei meiner ersten Brisenhaus-Tour im Herbst 2009 fuhr ich dort gerade aus weiter.
Und das Bike? Tja, ein erstes Fazit fällt durchwegs positiv aus. Die fahrbaren Stellen fühlten sich gut an, aber ein richtiger Fluss kam bei diesem Trail zu wenig auf. Und ja, ein Fully wäre dort bestimmt nicht ganz verkehrt. Es schlug aber deutlich weniger als erwartet. Auch dies eine neue Erfahrung für mich.

Der Trail zur Bärenfallen war zu Beginn klar schöner zu fahren, als derjenige von vorhin.


Irgendwo dann auf dem Trail (Guido war unmittelbar vor mir), galt es diese "Bachrinne" zu überqueren.


Guido ging spielend leicht drüber, ich aber blieb irgendwo hängen. Es ging alles so schnell und schon lagen mein Bike und ich auf dem Boden. Weh tat zum Glück kaum was, es war einer der harmloseren Stürze. Also schnell wieder aufs Bike und weiterfahren. Doch oh Schreck - der Hebel der Hinterbremse fehlte. Ich konnte es kaum glauben, so etwas habe ich noch nie gesehen. Da war tatsächlich einfach der Bremshebel weg. Ja wie um alles in der Welt konnte das denn passieren? Auch nach zwei, dreimal hinschauen konnte ich kaum glauben, was ich da sah.

So musste ich zuerst natürlich mal den Hebel suchen. Guido war bereits weg und bekam erstmal nichts von meinem Sturz mit. Den Hebel fand ich dann nach kurzer Suche. Das Ganze sah dann so aus.


Na toll, jetzt wo der Trail interessanter wird... Fortan gings nur noch schiebend weiter. Ohne funktionstüchtige Hinterbremse ist ein Weiterfahren auf Trails nicht möglich und wird schnell gefährlich. Guido staunte auch nicht schlecht. So was sollte eigentlich nicht passieren, meinte auch er.

Aber gut, es musste trotzdem irgendwie weiter gehen. Während Guido den weiteren Verlauf des tollen Trails genoss, schiebte ich das Bergamont ca. 90% des Trails runter.


Kurze unfahrbare Stellen gibt es immer mal wieder, aber grundsätzlich wäre der Trail von der Bärenfallen zum Ahorn wirklich cool.


Der Umstand, ein 29er Bike dabei zu haben, und es nicht testen zu können, ärgerte mich am meisten. Doch eigentlich ist es ja jeweils das Wichtigste, dass dem Biker nichts passiert. Und das war auch an diesem Tag so.

Beim Ahorn war ich dann sehr froh eine Strasse unter den Stollen zu haben. So gings nur mit der Vorderbremse ganz gut bergab.


In Niederrickenbach trennten sich dann unsere Wege. Gudio ging nach rechts und wollte die Abfahrt nach Büren ausprobieren. Ich nahm logischerweise die Strasse runter nach Dallenwil.


Unten im Tal gings den gleichen Weg zurück nach Stans. So fand eine ereignisreiche Biketour ein Ende. Und eigentlich hätte es ja viel schlimmer kommen können, aber rund 1'000 Hm ohne Hinterbremse ist halt nicht gerade das Gelbe vom Ei.

Ein Dankeschön an Guido von www.tourfinder.net. Bis Niederrickenbach hattest Du die Geduld jeweils auf mich zu warten. Die Begegnung hat mir wirklich viel Spass bereitet. Auch vielen Dank für deine Fotos, welche Du mir für meinen Bericht zur Verfügung gestellt hast. Den direkten Link zu seinem Bericht ist hier: http://www.tourfinder.net/de/mtb/tour/show/2620/index.html. Dort findet ihr auch einen Track. Meine Route (vor allem die Abfahrt) ist zu wenig attraktiv, um sie online zu stellen.


Leider kann ich nun kein abschliessendes Fazit geben, was das Trailfahren mit einem 29er Bike angeht. Aber das werde ich sicher mal nachholen.