Und die Berichterstattung über meine Alpenüberquerung geht doch noch weiter... Hier die Tage fünf und sechs.

Viel zu tun im Job, sonst immer mal wieder was um die Ohren, und zwei Wochen Olympia trugen dazu bei, dass der letzte Bericht doch schon etwas länger her ist. Aber jetzt gehts weiter mit den Blogposts meiner Transalp, welche bereits auch schon eineinhalb Monate her ist.

Tag 5: Airolo - Ritomsee, 06. Juli 2012:

Nach vier intensiven Tagen mit vielen Höhenmetern schalte ich heute ein paar Gänge zurück und begnüge mich mit einem 700 Hm Aufstieg zum Ritiomsee. Danach ist Feierabend.

Nach einer Nacht in der tollen Unterkunft Alloggio Girasole geht die Reise weiter. Nach dem auschecken fahre ich von Airolo aus alles der markierten Bikeroute Nr. 65 "Gottardobike" nach.

Das Wetter scheint für eine Weile noch zu halten.


Nach Valle folgt ein erster und zugleich auch letzter Trail des Tages.


Anschliessend gleich eine knackige Gegensteigung nach Madrano.

      Madrano, 1'156m


Dann fuhr ich alles der Teerstrasse entlang, immer schön bergauf.

      Blick zurück


Kurz vor Brugnasco verdichteten sich aber die Wolken und es begann tatsächlich zu regnen.


Da habe ich das erste Mal Mühe mit dem Wetter. Die ersten vier Tage konnte ich mit dem Niederschlag eigentlich ganz gut leben, aber heute hätte es doch wirklich trocken sein können. Nun gut, jammern bringt nichts. Zum Glück finde ich schnell einen Understand und schlüpfe in die Goretex-Kleider.

In Altanca kehre ich dann so um elf Uhr in das gleichnahmige Osteria ein und schlug mir mit Minestrone und Kaffee die Zeit tot. Langweilig wars aber keineswegs. Das ist eine richtige Dorfbeiz dort, wo jeder jeden kennt. Und Alkohol wird bereits um die Mittagszeit in nicht gerade kleinen Mengen konsumiert.

Um halb eins fahre ich weiter, auszuharren bringt nichts. Der Regen macht keine Anstalten aufzuhören. So bezwinge ich die restlichen knapp 500 Hm bei ziemlich starkem Niederschlag.

Rund eine Stunde später treffe ich beim Rifugio Ritom ein und biketechnisch beende ich den heutigen Tag. In dieser Unterkunft war ich bereits letztes Jahr schon mal und hatte nur Gutes in Erinnerung. So freute ich mich bereits schon im Vorfeld auf dieses Rifugio, gleich beim See gelegen.

Den Rest des Tages verbrachte ich mit Cappuccino, Apfelstrudel und mit dem Wirt zusammen Tennis gucken (da lief gerade das Wimbledon Halbfinale Federer-Djokovic)

GPS-Track: Airolo-Piora.gpx
Google Earth-Datei: Airolo-Piora.kml

Distanz: 13.5 km / Fahrzeit: 1 h 42 min / Höhenmeter: 750 Hm

Tag 6, Ritomsee - Piotta, 07. Juli 2012:

Der heutige Tag ist quasi ein Tagesausflug. Die eigentliche Transalp-Tour macht heute Pause. Es geht ganz simpel vom Ritomsee zuerst ein bisschen bergauf und dann alles runter bis nach Piotta. Dort werde ich dann im Verlaufe des Nachmittags meine Freundin Martha empfangen, um mit ihr die zweite Woche in Angriff zu nehmen.

Auch heute soll es nichts Wildes sein. Ich habe mir bei den Vorbereitungen für diese Tour die Bocchetta di Fösc ausgesucht. So fahre ich ein paar Meter dem See entlang. Dann folgt schon bald ein Wanderweg scharf nach links.

      Hier gehts rauf.


Danach hatte ich 270 Hm zu erklimmen. Das meiste tragend und schiebend.


Kurz vor der Passhöhe traf ich ein paar frei herumlaufende Pferde an.


Eine Tick später war die Passhöhe erreicht.

      Bocchetta di Fösc, 2'122 m


Sehr gespannt war ich nun auf die Abfahrt. Diese war sehr abwechslungsreich. Es hatte ganz coole Abschnitte dabei, aber auch einige unfahrbare.


Der Trail war teils sehr tief und holprig. Eine äusserst knifflige Sache - haute mich nicht gerade von den Socken.


Nun gut, so kanns laufen bei Experimenten. Nach Pian Töi wurde der Trail aber klar besser und interessanter.

Auch hier gabs einige kurze unfahrbare Stellen, vorallem das Ende kurz vor der Strasse. Diesen Trail würde ich aber wieder machen.


Nach dem Erreichen der Strasse, welche ich gestern hoch gefahren bin, war ich natürlich sehr gespannt auf den Trail, welcher mich ins Tal führen sollte.

      Von rechts kommend gehts links weiter.


Der Start war eher von der ruppigeren Sorte.


Doch es wurde sehr schnell flowig bis Valle.

      Valle, 1'647 m


Danach war es vorallem im Wald saumässig glitschig, da dort der Weg noch nicht abtrocknen konnte. Sehr schade, denn dieser Römerweg-Trail wäre klasse.

      trocken :-)

      nass :-(


So erreichte ich zum zweiten Mal innert 24 Stunden Altanca. Diesmal aber liess ich das Osteria links liegen und fuhr weiter, immer dem Wanderweg ins Tal entlang.

      Altanca, 1'390m


Die Trails waren sehr abwechslungsreich. Vorallem im oberen Teil führte der Weg durch Wiesen entlang.

Teils war das Gras sehr hoch.


Dann noch schnell unter dem Bahntrasse durch und ich war unten.


Da ich noch ein bisschen zu früh dran war, fuhr ich noch ein bisschen in der Gegend rum. Unter anderem auch schnell zur Autobahnraststätte, um was zu essen.


Um 15.15 Uhr, pünktlich zur Abfahrt der Standseilbahn, traf Martha ein. Die Freude über das Wiedersehen war natürlich sehr gross. Auch freuten wir uns über die zweite Woche und den weiteren Verlauf der Tour bis nach Como.

Ach ja - Das Wetter war heute zum ersten Mal vom Morgen bis am Abend gut! Auch mal was schönes. :-)

GPS-Track: Foesc.gpx
Google Earth-Datei: Foesc.kml

Distanz: 13.9 km / Fahrzeit: 2 h 10 min / Höhenmeter: 350 Hm