Diese Etappe verdient einen eigenständigen Bericht. Denn der Passo del Sole ist einfach immer ein absolutes Highlight. Hier der Post zum siebten Tag unserer Transalp.

Der Tag begann trüb und regnerisch. So hiess es bereits beim Start wieder: Regenkleider an.


Spätestens aber nach der Cadagno-Hütte, bei welcher der Umbau in den letzten Zügen steht, war der Regen vorbei.


Weiter führte die Route uns auf einer bestens ausgebauten Kiesstrase den Berg rauf.


Nach der Alpe Carorescio wurde der Weg steiler und ruppiger.


Beim Pt. 2'254 zweigt der Bikeweg nach links ab. Dann würde man den Passo Uomo erreichen. Doch wir wählten (wie oben schon angekündigt) die Variante über den Passo del Sole. Bereits letztes Jahr durfte ich dieses Schmankerl befahren. Damals war ich hell begeistert von diesem Pass.

Nach dieser Verzweigung, bei welcher wir nun eben nach rechts hielten, stand ein erster schöner Trail auf dem Programm.


Schon bald war aber fertig lustig und die letzten 100 Hm waren wir mehrheitlich am schieben.


Wie auf den letzen beiden Fotos zu erkennen, zog während des Schlussaufstiegs dichter Nebel auf. Trotzdem erreichten wir natürlich den höchsten Punkt des Tages. Alleine waren wir nicht, auch zwei andere Biker, welche in der Cadagnohütte übernachteten, waren auf dem Passo del Sole.

      Passo del sole, 2'376


Sandwichpause musste sein, aber lange hielten wir es nicht aus, denn es war doch ziemlich frisch. Und da ich auf der gesamten Tour keine unbenutzen Gegenstände mitschleppen wollte, zog ich für die Abfahrt meine Mütze unter dem Helm an. So hatten auch die Ohren schön warm. :-)

Der Start der Abfahrt (rund 50 Hm) war erwartungsgemäss etwas verblockt.


Doch was dann folgte - ach, was soll ich denn sagen, respektive schreiben? Einer der besten Trails für mich, welcher natürlich auch Martha sehr gut gefiel.

Trotz dem feuchtnassen Untergrund machte der Trail tierischen Spass. Klar, trocken wärs noch ein Spürchen besser. Aber auch so ein wirklich herrlicher Trail.


Wir konnten geschätzte 95% fahren und kamen in einen richtigen Trailrausch. Passo del Sole - einfach geil!!!


Bei der Alp Lareccio war die eigentliche Abfahrt vom Sole vorbei. Hier hat man die Möglichkeit nach links zu fahren und erreicht im Nu den Lukmanierpass. Wir aber bogen rechts ab und waren somit wieder auf dem Bikeweg Nr. 65 "Gottardobike". Dieser Entscheid war natürlich goldrichtig, denn der Trailrausch ging nahtlos weiter.

Vom Trail bis Piano gibts nur dieses obige Bild. Wir liessen es so richtig krachen und erschraken teilweise selber, was wir da gefahren sind, trotz Nässe. Wenn es hier trocken ist, sowie letztes Jahr, gehts gleich noch eine Spur mehr ab.

Bei der folgenden Strassenüberquerung war der weitere Verlauf der Route gesperrt. So fuhren wir einen Teil (bis Camperio) auf der Strasse. Danach folgten wir wieder der Bikeroute 65 bis Biasca. Abwechslungsreiche und tolle Trails erwarteten uns da bis nach ganz unten. Das Valle Blenio ist einfach klasse.


Auch wettermässig hielt es nun. Von hier an hatten wir Sonnenschein pur und warme Temperaturen (und zwar bis nach Como ins Ziel - soviel sei schon mal verraten).


Und so fand eine unglaublich geniale Biketour ein Ende. Unsere Unterkunft, das Hotel Al Giardinetto in Biasca, war bezugsbereit und mit einem feinem Essen und dem Wimbledonsieg von Roger Federer liessen wir diesen tollen Tag ausklingen.

Nun gut, die Hälfte der Tour ist bereits vorbei. Bis und mit der Etappe zum Ritomsee hatte ich keine Beschwerden oder sonst was in dieser Richtung. Körperlich fühlte ich mich an den Abenden (den Umständen entsprechend) jeweils sehr gut. Doch in Biasca machten sich meine Gelenke und Knochen ein erstes Mal bemerkbar. Diese Tour über den Passo del Sole ist klar etwas vom besten, aber solch lange Trails sind auch immer sehr intensiv und fordern nicht nur Bike sondern auch Biker. Wir werden sehen, wie es weiter geht, für morgen sind erstmal keine Änderungen geplant. Das Wetter wird auch wieder mitmachen - der nächste Tag kann kommen.

GPS-Track: Ritomsee-Biasca.gpx
Google Earth-Datei: Ritomsee-Biasca.kml

Distanz: 52 km / Fahrzeit: 4 h 34 min / Höhenmeter: 700 Hm