Zum Schluss der Bericht des letzten Tages unserer Transalp.

Auch heute lassen wir es gemütlich angehen. Unser Ziel ist es, so um die Mittagszeit in Como zu sein, damit wir noch einen gemütlichen Stadtbummel machen können. So fahren wir gleich nach dem Frühstück in Morcote los.


Auch heute herrscht wieder Traumwetter.

Sofort pendeln wir uns wieder auf der Nationalen Radroute Nr. 3, der Nord-Süd Route ein. Leider kann dieser letzte Abschnitt nicht mit den vorher gefahrenen mithalten. Zuviel Hauptstrasse müssen wir befahren. Wir bleiben aber auf der Route, da wir uns zu wenig auskennen und keine Zeit mit irgendwelchen Experimenten verlieren möchten.

      Mendrisio

      Kurz vor Chiasso


Habe ich oben was von "viel Strasse" geschrieben? Nun, kaum haben wir die Schweizer Grenze überquert, wird das Wort "Strassenverkehr" gleich mal neu erfunden. Enge Strassen, unglaublich viel Verkehr, Schlaglöcher, keine Radwege - eigentlich alles was man als Radfahrer nicht will. So sind wir beide heilfroh, als wir endlich den Comersee in Cernobbio erreichen.


Der See wäre also schon mal erreicht, bis Como sind's verhältnissmässig nur noch ein paar Meter. Zuerst verpflegen wir uns aber bei einem Restaurant in Cernobbio, bevor wir uns wieder auf unsere Bikes schwingen.

Danach geht wieder verkehrsreich weiter. Kurz vor Como gibts dann doch noch einen Radweg, welcher uns abseits der Strasse an unser Ziel bringt. Der ist dann aber wirklich sehr schön und führt durch ein paar schmucke Parkanlagen.

      Radweg vor Como - quasi der Zielschuss!


Und dann haben wir es tatsächlich geschafft und sind am Ziel. Como ist erreicht!!! Im gleichnahmigen Hotel, also dem Hotel Como, können wir bereits um 13.00 Uhr unser Zimmer beziehen. Kaum eingecheckt, gehts auf den Dachpool. Bei einem Drink beenden wir dann offiziell unsere Transalp 2012. Well done!!!

Zum Schluss ein paar Impressionen von der wunderschönen Stadt Como und ein paar Gedanken meinerseits zu dieser Tour und dem ganzen Abenteuer.


Grundsätzlich bin ich natürlich sehr zufrieden wie die Geschichte abgelaufen ist. Ich bin vor meiner Wohnungstüre gestartet und elf Tage später gesund und munter in Como angekommen. Ich hatte keinen Einbruch, keinen Defekt, ja nicht mal einen Platten. Von daher gesehen lief alles wie am Schnürchen.


Trotzdem gibt es nach einer elftägigen Tour bestimmte Dinge, welche ich das nächste Mal anders machen würde. Unbedingt notwendig ist ein Ruhetag. Einfach mal was anderes machen, sei es eine leichte Wandertour, irgendwelche Sehenswürdigkeiten anschauen, einfach nur relaxen, oder was weiss ich. Denn bei einem Ruhetag geht es nicht nur darum, dem Körper Erholung zu gönnen, sondern auch dem Kopf. Im Nachhinein wäre es sicher kluger gewesen, auf dem Ritomsee am Samstag das Rad nicht zu gebrauchen und den Ruhetag abzuhalten.


Dies war sicher auch der Grund, weshalb wir die letzten Tage im Südtessin abändern mussten. Auch der Monte Generoso wäre noch auf dem Programm gestanden. Da hätte ich auch in Lugano einen Ruhetag einlegen "müssen", damit das geklappt hätte. Denn ohne wäre der Generoso sinnlos gewesen. Für einen Ruhetag fehlte aber leider auch ein bisschen die Zeit. Ich wollte nicht erst am Sonntag Abend zu Hause sein, um mich dann am Montag Morgen gleich wieder in die Arbeit zu stürzen.

Da mich aber Martha begleitete, waren mir die kurzfristigen Touränderung eigentlich egal. So konnten wir zusammen auch mehr Zeit ausserhalb des Bikens geniessen und hatten keinen Stress wie zum Beispiel: "Wir müssen jetzt gehen, damit wir am Abend am Ort X sind".
Ein nächstes Mal würde ich für eine elf- bis zwölftägige Tour nur noch acht bis neun Etappen vorsehen.

Diese Punkte und Gedanken werde ich bei einer nächsten Tour sicher berücksichtigen.


Gesamthaft gesehen war es aber zweifelsohne ein Riesenerlebnis. Von zu Haus aus losfahren und elf Tage später in Como eintreffen, nur mit Bike und Rucksack - ein geiler Gedanke. Ideen für weitere solche Abenteuer sind selbstverständlich vorhanden und wurden bereits ein bisschen diskutiert. Mal sehen, was die nächste Saison so bringt. Denn auf dieser Tour haben wir viele Erfahrungen gemacht, welche wir natürlich wieder mal anwenden möchten.

Zu guter letzt sei erwähnt, dass man auch in Como gut essen kann und das Tiramisu nicht nur optisch eine gute Falle macht. Wie das Restaurant hiess, in welchem wir assen, wissen wir nicht mehr. Auf jeden Fall hats geschmeckt.


Wir hatten eine tolle Zeit zusammen und waren bestimmt nicht das letzte Mal mit Bike und Rucksack unterwegs. Fortsetzung folgt...! :-)

GPS-Track: Morcote-Como.gpx
Google Earth-Datei: Morcote-Como.kml

Distanz: 40 km / Fahrzeit: 2 h 25 min / Höhenmeter: 170 Hm

Gesamt:
Distanz: 396.4 km / Fahrzeit: 36 h / Höhenmeter: 8'800 Hm