Hier der Bericht einer Tour, welche schon ein paar Wochen zurück liegt. Im Oktober genossen Silvan und ich einen tollen Biketag mit der Tour über den Chinzigpass.

Früh morgens, noch bei Dunkelheit, parkierten wir unser Auto in Schwyz. Dort nahmen wir den Bus bis nach Muotathal. Als wir mitten im Dorf ausstiegen, war es genug hell, um mit der Tour zu starten. Bei Dorfende begann die Strasse zu steigen, was sich die nächsten rund 1'400 Hm nicht ändern sollte.


Hell war es schon, doch die Sonne wollte trotzdem noch nicht so recht.


Seit neuestem ist die Route über den Chinzigpass auch als offizielle Bikeroute markiert. Sehr schön!


Wobei der Aufstieg einfach zu finden ist. Hat man in Muotathal mal auf die richtige Strasse eingebogen, kann man sich gar nicht mehr verfahren.


Immer schon der Strasse durchs Chinzertal rauf. Diese wechselt nach Liplisbüel von Teer auf Schotter.



Und schon bald wird auch die Baumgrenze wird durchbrochen. Wir kommen recht zügig voran.


Nach der Ebene Grund, wo wir eine kurze Pause einlegten, wird die Strasse etwas steiler.


Wir kommen doch recht ordentlich ins Schnaufen.


100 Höhenmter vor der Passhöhe nehmen wir den Wanderweg. Der weitere Verlauf der Strasse wird durch eine Barriere gesperrt.


Doch der Wanderweg geht ganz ordentlich. Zwar teils sehr steil, aber in bestem Zustand.


Oben auf Bödmer stellen wir fest, dass unser Wanderweg wieder in eine Strasse mündet. Da hätten wir die Barriere ruhig ignorieren können.


Auch der weitere Verlauf der Strecke ist nicht 100% klar. Auf der Karte ist nur ein Wanderweg eingezeichnet, obwohl eine recht gut ausgebaute Schotterstrasse nach oben führt. Da es aber nur eine handvoll Höhenmeter zu bewältigen gilt, stört uns das nicht allzu gross und wir wechseln zwischen Trail und Strasse ab, so wie es uns gerade passt.


Kurze Zeit sind war dann oben. Der Chinzigpass auf 2'073m ist geschafft.


Etliche Wanderer und ein paar weitere Biker haben ebenfalls den Weg hier rauf gefunden.


Auf der Passhöhe nahmen wir uns richtig Zeit, um die tolle Aussicht und das herrliche Wetter zu geniessen.


Bereits im Jahr 2009 war ich schon mal auf dem Chinzigpass. Ich fuhr die Tour damals in der anderen Richtung, von Flüelen nach Muotathal. Der Trailanteil bei der diesjährigen Variante ist aber klar höher und daher mehr zu empfehlen.


Irgendwann brachen wir dann auf zur Abfahrt. Viele Trails, darunter auch einige Experimente warteten auf uns. Let's go!


Die ersten Downhillmeter unmittelbar nach dem Chinzigpass hatten es bereits in sich. Steil, sandig und rutschig präsentierte sich der Trail. Silvan fuhr das Ding trotzdem durch, ich musste bei den steilen Stufen parieren.


So aber waren wir beide heiss auf weitere Trails, und davon sollte es noch genug geben. Weiter fuhren wir bis zu "Bi der alten Hütten".


Dieser Trail ist wirklich klasse!


Nur die geröllig und erneut rutschige Passage bremste die Euphorie ein wenig.


Grundsätzlich aber sehr zur Nachahmung empfohlen.


Nach "bi der alten Hütten" fuhren wir ein kurzes Stück auf einer Strasse, nur um ein paar Meter später in den nächsten coolen Trail einzustechen.


Bei der Obflüeweid kamen wir auf den Schächentaler Höhenweg. Dieser Weg vom Klausenpass bis zu den Eggbergen ist bei Wanderern sehr beliebt und zugleich auch als Bikeroute ausgeschildert. Ob da an einem solch schönen Sonntag die Konflikte bei dieser Ausgangslage vorprogrammiert sind? Mitnichten. Biker und Wanderer kamen problemlos aneinander vorbei.

Im Restaurant Edelweiss in Wiltschi schlugen wir einen Desserthalt ein.


Danach fuhren wir weiter auf dem Schächentaler Höhenweg. Der ist auf diesem Abschnitt eine breite Schotterstrasse, welche aber einige fiese, kurze Rampen inne hat. Das zerrte natürlich an den Kräften, da wir ja schon einige Stunden unterwegs waren.


Beim Fläschseeli war einiges los!


Dort wählten wir für die Fortsetzung den Weg über die Hüenderegg. Wir hatten keine Ahnung, was uns da erwartete. Darauf, bergab auf der Strasse die Höhenmeter zu vernichten, hatten wir keine Lust.


Der Aufstieg beinhaltete zwar nur 60 Hm, war aber nochmals heftig steil. Dafür wurden wir erneut mit einem tollen Panorama belohnt.

      Panorama von der Hüenderegg, klicken für grössere Ansicht.


Nun waren wir natürlich sehr gespannt auf den Trail zu den Eggbergen runter.


Und dieser war unglaublich geil. Oben rassig auf der Wiese, im mittleren Teil ein Wurzeltrail wie er im Bilderbuch steht und zum Schluss etwas steiler mit Seesicht inklusive!


Unterwegs hielten wir kurz an, um den Gleitschirmfliegern zuzuschauen.


Nach den Eggbergen stand ein weiteres Experiment auf dem Programm. Wir wollten den Trail durchs Gruontal testen. Bis wir bei selbigem waren, verfuhren wir uns aber etwa dreimal und hatten daher einige abenteuerliche Trails zu bewältigen.


Teils waren die Pfade sehr verwuchert, da wir mehr als einmal eine Wanderwegmarkierung übersahen und uns auf eher ungepflegten Trails wieder fanden.


Im Nachhinein können wir aber trotzdem sagen, dass es doch nicht so übel war. Trotzdem waren wir nicht unglücklich, als wir wieder eine fahrbare Strasse unter unseren Stollen zu haben.


Den Eingang zum Gruontaltrail fanden wir dann bestens. Und dieser sah ziemlich vielversprechend aus

Stuntzi hat diesen Trail mal auf einer seiner Touren ausprobiert und fand, dass er wahrlich kein schlechter sei. Das muss natürlich probiert sein.


Die ersten paar Meter waren ziemlich cool. Doch dann kamen sie, die extrem steilen Stufen und noch steileren Kurven. Und meistens (oder besser gesagt: Immer!) hatte es eine solche Baumstammstufe mitten in der Kurve. Da war mir das Umsetzten eine Spur zu heikel.


Zu meinem Trost konnte auch Silvan nicht viel mehr fahren als ich. Dieses Ding ist schlicht zu schwierig für uns.


Unten wurde es dann eine Spur angenehmer.


Zumindest haben wir es versucht. Experimente können halt auch so enden. Kaum spuckte uns der Trail oberhalb von Flüelen aus, fuhren wir auf dem Damm des Gruonbachs zum See runter. Trotz des etwas ungenügendem Ende stimmte das Preis-/Leistungsverhältnis an diesem Tag vollkommen. Das Wetter machte super mit und bis aufs Gruontal auch alle Trails. Und von der unglaublichen Aussicht und der tollen Gegend haben meine Leser auf den Fotos wohl genug mitgekriegt...:-)


Der Schluss ist schnell erzählt. Kaum am Bahnohf Flüelen angekommen fuhr unser Zug nach Schwyz, wo wir unsere Bikes wieder verladen konnten.

Silvan, diese Tour war wirklich geil. Ich freue mich schon auf die Nächste!

GPS-Track: Chinzig.gpx
Google Earth-Datei: Chinzig.kml

Distanz: 36 km / Höhenmeter: 1'750 Hm / Fahrzeit: 5 h 14 min