Eine Tour welche ich vor drei Jahren schon mal gemacht habe, stand nun wieder mal auf dem Programm. Die Alpe Gesero galt es zu erklimmen. Anschliessend dann auf "Trails only" wieder zurück ins Tal nach Bellinzona. Soweit der Plan.

Früh aufstehen hiess es an diesem Sonntag Morgen. Bereits um 06:18 fuhr unser Zug von Luzern ins Tessin. Rund zwei Stunden später kamen wir in Bellinzona an. Die Temperaturen waren bereits sehr angenehm, Silvan und ich freuten uns auf eine tolle Tour.


Vom Bahnhof fuhren wir auf direktem Weg ans Ufer des Ticinos. Dann gings weiter einem schönen Weg entlang bis Arbedo.


Noch etwas später erreichten wir Roveredo. Dieser Ort liegt bereits wieder im Kanton Graubünden.


Dort begann dann der lange und happige Aufstieg zur Alpe di Cadinello. 1'500 Hm warteten auf uns, na dann mal los!


Sehr ungern erinnere ich mich an die Tour von vor drei Jahren. Damals war ich mit Hubi und Geri unterwegs und hatte während des Aufstiegs gehörig zu leiden. Dieses Jahr aber lief es um Klassen besser. Silvan und ich kamen super voran und konnten den ganzen Aufstieg den gleichen Rhythmus fahren.

     Auch einen Tunnel mit Lichtschalter mussten wir durchqueren.

Nach zwei Stunden und den ersten 1'000 Höhenmetern kamen wir in Laura an. Dort machten wir eine etwas längere Pause. Frisch gestärkt packten wir auch das letzte Drittel des Uphills.


Nur noch durch den Tunnel und der höchste Punkt des Tages ist geschafft.


Und dann waren wir oben. Die Alpe di Cadinello war erreicht.


Nicht nur der höchste Punkt der Tour war geschafft, auch führte unsere Tour ab sofort wieder auf Tessiner Boden weiter. Und das sah dann so aus:


Auf einer Schotterstrasse blickten wir bis zum Monte Rosa Massiv!



Etwas später kamen wir auch schon bei der Capanna Gesero an.


Dort verspeisten wir einen Teller Polenta. Auch schaute ich mir die Hütte etwas genauer an. Übernachten kann man dort auch. Da ich schon seit längerem eine Idee einer mehrtägigen Tour in dieser Region habe, nutzte ich diese Reko-Gelegenheit gleich aus.

Nach dem Mittagessen ging unsere Tour weiter bis zur Alpe di Gesero. Vor drei Jahren fuhren Hubi, Geri und ich geradeaus weiter bis zur Alpe della Costa. Wir aber wählten den Trail über die Sasso Guida aus. Auf der Karte machte dieser Bergrücken einen durchaus fahrbaren Eindruck.

Zu Beginn mussten wir unsere Bikes zwei, drei Minuten schultern.


Bald gings fahrend weiter, immer noch bergauf.


Beim Punkt 1'745 kamen unsere Fahrräder erneut hinten rauf, diesmal etwas länger.


Als wir beim Punkt 1'799 ankamen, begann ein wunderschöner Trail. Den Eindruck, welchen wir von der Karte her hatten, bestätigte sich fürs Erste.


Es war schlicht traumhaft, über diesen Trail zu biken. Und dann noch diese tolle Aussicht auf die Magadinoebene...!


Wir waren begeistert, so hätte es noch lange weiter gehen können. Doch leider stellte sich uns dann die Sasso Guida in den Weg. Dieser felsige Gipfel war komplett unfahrbar. Rund zehn Minuten waren wir am schieben.


Aber zehn Minuten sind grundsätzlich schnell vorbei und so gings bald wieder im Sattel weiter.


Beim Laghetti della Costa hatten wir wieder die Wahl. Entweder auf die Strasse bis zur Alpe d' Arbino oder ein weiteres Trailexperiment direkt nach Arbinetto. Logisch entschieden wir uns für die zweite Variante. Als Belohnung für unseren Mut heimsten wir einen Flowtrail erster Güte ein!


Aber aufgepasst. Linkerhand gehts steiler runter, als auf den beiden Bildern ersichtlich. Wer die Aussicht geniessen will, sollte anhalten.


Wir waren nun definitiv im Trailrausch und freuten uns auf jeden folgenden Downhillmeter. Von Arbinetto gings wieder der bekannten Route entlang bis zum Motto dellla Croce. Auch dieser Abschnitt war vom Feinsten!

Viel Flow, viel Spass, aber zwischendurch auch mal was Technisches -Perfekt!


Und dann kam er, dieser unglaublich schöne Aussichtspunkt namens Motto della Croce.


Einen kurzen Moment genossen wir die Szenerie - es war einfach herrlich dort oben.
Der weitere Verlauf des Trails wurde nach Verlassen des Aussichtspunkt schlagartig schwieriger. Steiler, enger und verblockter als vorher, so sah dieses Teilstück aus.


Einzelne Passagen waren fahrbar, aber immer mal wieder hiess es (vorallem für mich) absteigen. Bei Monti di Artore war der Trail zu Ende und es folgte ein ziemlich wilder Römerweg.


Langsam spürten wir den Aufstieg und die vielen Trails bis zu diesem Zeitpunkt. Die Handgelenke zeigten sich erkenntlich und auch die Oberschenkel mussten mit kurzen Pausen immer mal wieder entlastet werden.

 
Spass machte dieser Weg natürlich trotzdem!


In Artore führte der Weg weiter, quer den Hang runter. Immer mal wieder kreuzten wir die Strasse. Erst kurz vor dem Bahnhof Bellinzona war dann definitiv Feierabend und eine der längsten uns bekannten Abfahrten nahm ein Ende.

Angekommen am Ziel fuhr ein paar Minuten später gleich unser Zug in die Zentralschweiz. Perfektes Timing also.

Dieses Gebiet hat noch so viele Trails, wir waren bestimmt nicht das letzte Mal dort. Nur schon diese Tour war ein Highlight, an welches wir uns noch lange erinnern werden.

GPS-Track: Gesero.gpx
Google Earth-Datei: Gesero.kml

Distanz: 39.8 km / Fahrzeit: 4 h 47 min / Höhenmeter: 1'736 Hm