Am zweiten Tag unseres Aufenthaltes in Livigno wollten wir ein bisschen auf den heimischen Trails rumdüsen. Leider spielte auch diesmal das Wetter nicht ganz mit und wir mussten am früheren Nachmittag unsere Tour abbrechen. Davor gabs aber ein paar ganz tolle Trails.

Nach dem (einmal mehr) ausgezeichnetem Frühstück im Hotel Lac Salin verabschiedeten sich Martha, Silvia und Stefan von Silvan und mir. Ab sofort waren wir wieder zu zweit unterwegs. Unser Plan war, dass wir am Vormittag den Carosellotrail fahren und am Nachmittag den Höhenweg von der Mottolinobergstation ins Valle di Mine machen werden.

Soweit so gut. Mit der Carosellobahn gings gleich mal 900 Höhenmeter bergauf, ohne dafür auch nur einmal in die Pedale treten zu müssen. Der besagte Trail, welcher von der Bergstation ins Valle Federia führt, habe ich sehr gut in Erinnerung. Als ich im Jahr 2011 mit Martha in Livigno in den Bikeferien war, waren wir sehr begeistert von ihm. Und von der von uns selber inszenierten "Carosello-Challenge" reden wir heute noch. Da ist eine Fortsetzung in einer ähnlichen Art überfällig. Wobei ich jetzt ganz am Rande notieren möchte, dass ich im Juni in Südfrankreich Lukas Stöckli auf eine Challenge herausforderte. Er fuhr einen Umweg und ich trug mein Bike den direkten Weg rauf. Luki gewann mit etwa einer halben Sekunde Vorsprung (kein Scherz!)

Nun aber genug vom Thema abgeschweift. Der Carosello, den ich wie oben erwähnt super in Erinnerung hatte, war jetzt nicht der grosse Brüller. Flow von oben bis unten. Schön zu fahren und vorallem hervorragend hergerichtet, aber halt nichts besonderes. Es scheint, als hätten wir die letzten zwei Jahre unser Niveau und Geschmack erheblich gesteigert.

Den Trail schlecht reden möchte ich aber auf gar keinen Fall. Überzeugt Euch anhand der Fotos selber!


Ganz klar: Bei einem Livigno Bikeurlaub gehört dieser Trail dazu. Was ich hier mache, ist klagen auf hohem Niveau.
Als nächstes folgte mangels Alternativen die Schotterstrasse das Valle Federia runter bis zurück ins Dorf. Es gibt aber kurz vor Ende des Tals die Möglichkeit, links abzubiegen. Dann erreicht man einen Bauernhof namens Il Muri. Von dort führt ein wunderschön angelegter Pfad in einem steten Auf und Ab (am Ende dann nur noch runter) zur Ponte Calcheira.


Schnell waren wir dann wieder im Zentrum von Livigno angekommen. Von der Forcola di Livigno war bereits eine Gewitterfront ersichtlich. Die machte uns aber vorerst nicht nervös und wir fuhren einmal mehr mit der Mottolinobahn bergauf. Nach dem Mittagessen im Restaurant fuhren wir gegen Süden den Berg rauf. Nach einer steilen Rampe standen wir schon bald beim Beginn des Flow Country Trails. Dieser hat niemand geringer als der weltbekannte Trailbauer Hans Rey gebaut. Zuerst bestaunten wir noch die grosse Schneereserve, welche wohl für den kommenden Winter angelegt wurde.

 


Dann gings los!


Der Trail ist zwar sehr kurz, macht aber ordentlich Spass. Auch hier dominiert der Flow, doch die Sprünge und Kurven lassen ein leichtes Bikeparkfeeling aufkommen.


Nach dem Flow Countrytrail beginnt gleich der sehr schöne Höhenweg oberhalb Livigno, welcher schlussendlich ins Valle di Mine führt.


Die bereits beschriebene Gewitterfront zog nun direkt auf Livigno zu. Schon früh hat man die Möglichkeit, anhand eines direkten Trails nach unten den "Notausgang" zu nehmen. Wir waren aber weiterhin optimistisch und fuhren weiter dem Höhenweg entlang.


Oberhalb der Baitel della Blesa wurde uns die Gewittergeschichte doch zu heiss und wir verliessen den Höhenweg. Dieser Trail runter nach Tee delle Tee war dann aber ein Volltreffer! Es folgte Serpentine um Serpentine - perfekt für mich, um weiter an meiner Hinterradversetz-Technik zu tüfteln. 


Das war der beste Trail des Tages, wir waren uns beide einig. Auch das Timing stimmte - mit den ersten Regentropfen kamen wir im Verlaufe des Nachmittags wieder im Hotel an. Mit einem ausgieben Spa- und Welnessbesuch und einer Shoppingtour liessen wir diesen Tag ausklingen.