So ging nach drei Übernachtungen in Livigno unsere Reise weiter. Der Rucksack wurde wieder voll gepackt und die Transferetappe nach Bormio stand an. Wobei der Begriff "Transferetappe" überhaupt nicht abschätzend klingen soll. Denn auf dem Programm standen unter anderem die Trails durchs Val Trela und die sollen super sein. Dies wird nicht zuletzt durch Thomas Frischknecht und Hans Rey behauptet. Na dann mal los!

Als Start liessen wir uns einmal mehr mit der Mottolinobahn raufgondeln. Oben war es ordentlich frisch und wir zogen so alles an, was wir an Bikekleidung dabei hatten.

Das Wetter aber war super und der am Vortag gefallene Schnee fiel nicht so weit runter, als das er unsere Tour gefährden könnte.


Von der Bergstation fuhren wir zu Beginn zum Passo d' Eira runter. Da bot sich natürlich ein letzter Ritt auf dem obersten Teil des Parks geradezu an.


Dann gings auf flowigen Trails nach Campaccia runter.


Dort dann ein kurzes Stück auf der Strasse, rasch auf die andere Talseite und schon beginnt der nächste Trail. Und dieser hört eine gefühlte Ewigkeit nicht mehr auf...
Auf dem ersten Teil wechselt man vom Valle di Foscagno ins Val Pila, indem man den "Le Piazze" umfährt.


Auf diesem Abschnitt geht der flowige Trail mehrheitlich bergauf, hat aber auch kurze Downhillpassagen drin. Ein wirklich sehr sehr schöner Weg.


Nachdem wir das Val Pila erreichten und die Brücke des Baches querten, führte der Trail von da an nur noch bergauf.


Nicht ganz alles, aber das Meiste konnten wir fahren. Dies vorallem weil der Trail so gut wie keine technischen Stellen aufwies und in einem sehr guten Zustand war.


Wir näherten uns dem Passo di Val Trela


Je mehr wir ihm kamen, desto sanfter wurde der Aufstieg.


Dann war es geschafft.

       Passo di Val Trela, 2'295 m


Nach einer kurzen Pause durften wir nun den ersten tollen Trail des Tages befahren. Und dieser war ein richtiges Schmuckstück!


Dieser Pfad war so unglaublich schön in die Landschaft eingebettet, man könnte meinen, der liebe Gott habe diesen extra für uns Biker gemacht!


Sogar Zuschauer hatten wir.


Der Trail hört dann leider viel zu früh auf, bei der Alpe Trela ist bereits Schluss. Von dort hat man auch die Möglichkeit links abzubiegen und via Cancano Stausee direkt nach Bormio zu gelangen. Wir aber wählten den Weg geradeaus zur Bocchetta di Trela. So waren wir mal wieder am schieben.


Oben dann wieder vermehrt fahrbar. Der Weg ist aber nicht in einem so guten Zustand wie beim ersten Aufstieg.


Wir waren aber trotzdem schnell oben und waren gespannt, ob die folgende Abfahrt mit der vergangenen mithalten kann.

      Bocchetta di Trela, 2'349 m


Die ersten paar Meter liessen uns erneut frohlocken.


Wenn das so weiter geht...:-)

Und spätestens jetzt war klar: Auch dieser Trail hats voll und ganz drauf!


Höhentrails können so schön sein!


Nur leicht abfallend verloren wir kaum Höhe.


Ein Traumpfad, welchen wir da mit unseren Bikes befahren durften. Bei der Alpe Gattonino war dieser herrliche Trail zu Ende. Und nun? Leider fand ich auf der Karte nach Bormio runter keinen vernünftigen Trail. So experimentierten wir ein bisschen und fuhren mal zum Cancanostausee.


Eine wunderbare Strasse, alles auf gleicher Höhe, führt durch einen schönen, lichten Wald zur Torre di Fraele, eine alte Festung.


Von dort war es nicht mehr weit bis zum See.


Und dieser erstrahlte in einem wunderschönen Blau, umrahmt mit den grünen Bäumen und den grauen, kargen Bergen. Der Nationalpark ist defintiv was vom allerschönsten, was wir jemals gesehen haben. Diese Gegend zieht einem richtig in seinen Bann!


Nach einer Cappucinopause im Restaurant beim See wussten wir nicht so recht wohin. So fuhren wir einfach mal über die Staumauer auf die andere Seeseite. Weiter solls dann die Schotterstrasse runtergehen. Irgendwo treffen wir dann hoffentlich auf einen Trail - soweit unser Plan.

Wir waren gute fünf Minuten unterwegs, sahen wir auf einmal eine Wand, an welcher wir sehr gut einige Serpentinen entdecken konnten. Grinsend und voller Vorfreude sagte ich zu Silvan: "Morgen fahren wir da runter!" (Bericht folgt)


Unser aktuelles Vorhaben konnten wir aber nicht in die Tat umsetzten. Sprich: Wir fanden leider keinen Trail und fuhren alles auf der Strasse bis nach Bormio runter.


Aber auch diese hatte den farblichen Touch des Nationalparks intus. Nur der fiese Gegenanstieg kurz vor der Mündung in die Passstrasse hätte nicht sein müssen.


So trafen wir im Verlaufe des späteren Nachmittags in Bormio ein. Unser Hotel, das Miramontipark Hotel war auch schnell gefunden. So endete ein toller Tag mit den wunderschönen Trelatrails. Nur der allerletzte Teil nach Bormio runter entsprach nicht ganz unserem Gusto, aber die vorherigen Trails entschädigten dies alleweil.

GPS-Track: LivignoBormio.gpx
Google Earth-Datei: LivignoBormio.kml

Distanz: 39.1 km / Fahrzeit: 3 h 28 min / Höhendifferenz: 900 Hm